Die Trachen flogen wieder!

Die Trachen kurz vor ihrem großen Auftritt

Auch dieses Jahr hatten die Trachen wieder in ihre Heimat, auf die Hufewiesen nach Trachau, zum Trachenfest geladen.

Mussten die durchaus auch sensiblen Trachen im letzten Jahr, aufgrund des unaufhörlichen Regens und den daraus resultierenden nassen Krallen, das Fest kurzerhand verschieben, spielte dieses Jahr das Wetter mit und dem großen Trubel stand nichts mehr im Weg.

So kamen rund 1000 alte und neue Freunde vorbei, bewunderten einstudierte Tanz-, Musik- und auch Jonglagedarbietungen, genossen kulinarische Köstlichkeiten und ließen sich von Trachengeschichten verzaubern. Selbst die Bienen kamen vorbei und resümierten, dass sie sich ein dauerhaftes Zusammenleben mit den Trachen sehr gut vorstellen könnten.

Trachen sind grundsätzlich scheu und zeigen sich nur in ganz bestimmten Momenten in der Öffentlichkeit. Dann aber genießen sie es, sich in ihrer vollen Pracht zu präsentieren und ihre atemberaubende Schönheit den Menschen vorzuführen. Die 13 anwesenden Trachen ließen es sich auch in diesem Jahr nicht nehmen, zum Höhepunkt des Festes, zusammen mit ihren engsten Menschenfreunden, auf der Bühne zu erscheinen, um sich durch eine Jury prämieren zu lassen. Die Trachenfreunde von der 59. Grundschule aus Bühlau freuten sich über einen Gruppenpreis, ein Besuch im Puppentheater August der Starke.

Selbst der nach der Prämierung einsetzende Regen konnte die so in Laune versetze Meute nicht mehr von einem ausgelassenen Tanz abhalten.

Die Trachen sagen danke und freuen sich auch im nächsten Jahr wieder zum Trachenfest zu laden!

Ganz besonderer Dank geht an die freiwilligen Helfer und Organisatoren, sowie die vielen Menschen, die das Bühnenprogramm, die Genussmeile, den Flohmarkt und die Aktiv- und Kunsthandwerkstände mit Leben gefüllt haben!

Stimmen nach dem Fest:

  • Mattes Hofmann, Internationale Gärten in der Johannstadt:
    „Uns hat es sehr gefallen bei euch, laß uns in kontakt bleiben!“
  • Klaus Brendler:
    „Liebe Freunde, nehmen Sie bitte meine Glückwünsche zum rundum gelungenem Trachenfest am letzten Wochenende entgegen. Dass Steimle und „Wolle“ sowie „Old Shatterhand“ (Jürgen Polzin) der Veranstaltung noch einen“besonderen Schwung“ gaben, ist die eine Seite der Medaille, die andere und für mich wesentlich bedeutsamere sind die Initiativen der Vereinsmitglieder und ihr Einsatz am besagten Tag. So verstehe ich „Bürgernähe“!“
  • Eine Mutter berichtet von ihrer kleinen Tochter nach dem Besuch beim Trachenfest:
    „Heute morgen holte sie sich die Bauklötze und begann einen Weg zu bauen. „Hufewiese baue ich“ sagte sie. Schön zu hören und auch anzusehen, denn der Holzklotzweg wurde mit Schafe, Schweinen, Bäumen und Menschen bestückt…“
  • Bericht in den Dresdner Neuesten Nachrichten mit Fotogalerie

Weitere Fotos in unserem flickr Album

Rosenhauer kehrt zurück

Der Trachauer Maler Theodor Rosenhauer (1901-1995) ist unter die Lebenden zurückgekehrt. Jedenfalls schien er fast körperlich gegenwärtig zu sein bei der Aktion des Vereins am vergangenen Sonntag, dem Tag des offenen Denkmals. (Der kurze Filmausschnitt zeigt Rosenhauer vor Alttrachau 29; Dokumentarfilm für das Fernsehen um 1990, Titel/Produktion/Jahr unbekannt.)

In diesem Jahr stand der Tag – sehr passend – unter dem Motto „Farbe“.

Ankündigung der Rosenhauer-Aktion am Tag des offenen Denkmals 2014

Ankündigung der Rosenhauer-Aktion am Tag des offenen Denkmals 2014

Viele waren gekommen, um mehr über die Idee eines Rosenhauer-Museums in dem kleinen Fachwerkhaus am Anger von Alttrachau / Ecke Gaußstraße zu erfahren. Schon um zehn Uhr früh drängten sich die ersten Interessenten. Bis zum Ende des Tages stieg die Zahl auf rund zweihundert Besucher an. Wegen Verzögerungen beim Eigentumsübergang und akuter Einsturzgefahr war ein Betreten des Grundstücks entgegen der Ankündigung doch nicht möglich. Aber eine günstig stehende Leiter bot zumindest die Chance, einen Blick über das Tor in den überwucherten Hof zu erhaschen.

DSC09403bsleiter

Sehenswertes war dafür gleich gegenüber in Hensels Garten aufgebaut. Geschützt vor Regenschauern, luden in einem geräumigen Zelt Postkarten und Kataloge zum Stöbern ein, dazu Mappen mit historischen Aufnahmen und Bildern von einer Begehung des baufälligen Häuschens im Frühjahr 2014. Auf einem Schoßrechner liefen zwei kurze Dokumentationen über Rosenhauer, die um 1990 für das Fernsehen produziert worden waren. Dazu konnte man sich an Broten und Kuchen, Saft und Kaffee laben.

Anstelle von Führungen erläuterte die Vereinsvorsitzende Anja Osiander immer wieder gern, was das Besondere ist an dem Häuschen, dem Maler und dem Dorfkern mit den Hufewiesen dahinter:

  • Ein Häuschen, das immer noch steht.
  • Ein Maler, der mit großer Hingabe Motive des Alltags auf die Leinwand brachte und dabei Nuancen der Farbgebung schuf, die ihresgleichen suchen; zugleich ein Mensch, der ein langes Leben hindurch seinen eigenen Werte treu blieb.
  • Ein heute noch sehenswerter Anger samt bäuerlicher Flur, die zusammengenommen typisch sind für den Charme Dresdens als Stadt in der Landschaft.

Gegenwärtig wurd der Maler Rosenhauer an diesem Tag aber vor allem durch seine Werke. Ausgewählte Gemälde, in Übergröße auf PVC gezogen, schmückten Hoftor, Giebel, Umspannkasten und Zaun rund um das künftige Museum. Andere waren im Anger aufgestellt – dort, wo Rosenhauer das Motiv dafür gefunden hatte:

  • die Ecke Gaußstraße/Alttrachau
  • der Anger von Osten
  • die Bäckerei mit den kostbaren Brotlaiben
  • das Haus mit der Wohnung, in die er noch als Junge mit den Eltern gezogen war und in der er sein Leben verbrachte.

Das trübe Wetter ließ Realität und Phantasie ineinanderfließen, und die dunklen Farben Rosenhauers leuchteten umso stärker in die Seele der Betrachtenden hinein. Allen, die dieses Arrangement gesehen haben, wurde klar: Dieses Haus in Alttrachau und diese Bilder gehören zusammen!

Die Kulisse regte auch viele Erinnerungen an. Bald war der Straßenraum vor dem künftigen Museum erfüllt von Erzählungen. Es erzählten Menschen, die Rosenhauer noch erlebt haben. Etwa der Tischler Waldemar Braun, der viele Rahmen für ihn herstellte und ihm ein guter Freund war. Oder die Dame llse Meffert, die als Kind Modell für Rosenhauer gesessen hatte. Andere erzählten davon, wie sie das künftige Museum und aktuell verfallene Häuschen noch als Heimat erlebt hatten. Etwa der Schlosser Wolfgang Wittig, ein Wiesler der ersten Stunde, und die Dame Troll, geborene Sander.

Und dann gab es die Menschen, die mit einer vielsagenden Geste in die Brusttasche griffen und kleine bibliographische Kostbarkeiten herauszogen. Wußten Sie, daß es eine ausführliche Chronik zu Alttrachau aus DDR-Zeiten gibt? Und eine Sammlung von Schwänken aus Trachau, mit verschlüsselten Namen veröffentlicht als „Zwischen Lenz und Sommer“ von „Franziscus Nadler“, dem ehemaligen Dorflehrer, noch vor dem Ersten Weltkrieg verfaßt? Aus diesen wiedergefundenen Quellen entspinnen sich neue Motive für die Wiesler von heute.

Es war ein reicher Tag. Rosenhauer war da…

Wir danken!

  • … allen, die gekommen sind
  • … für rund vierhundert Euro(!) an Spendeneinnahmen für den Verein und das Projekt eines Rosenhauer-Museums
  • … den unermüdlichen Helfern im Hintergrund:
    Kati Denk, Susann Binder, Ronny Geißler, Ines Hoffmann, Jochen Lenz, Rüdiger Kubsch, Bettina Lau-Lange, Harro Harken
  • … besonders und herzlich für den Zuspruch durch die Familie Rosenhauer

Siehe auch: Rosenhauer-Aktion: Nachtrag

KlangHufen am 26. August


*

Am Sonntag, 26. August 2018, verwandeln sich die Hufewiesen einen Nachmittag lang in die KlangHufen.

Auf den Wiesen, unter den Bäumen, in den Gärten gibt es Musik, Theater, Töne, Geschichten, Sonne, Grün…

Eintritt frei!
Mitmachen erwünscht!

>>>> Alle Informationen unter klanghufen.hufewiesen.de ! <<<<<

Fragen, Ideen? – Bitte melden unter email hidden; JavaScript is required !

* (c) Amac Garbe

Sonne satt – das war das siebte Trachenfest

Was war das wieder für ein schönes Trachenfest …!

Und das trotz der Randale am Vorabend! Eine Gruppe bier-trunkener Jugendlicher zerstörte die Zelte für die Trachenbastelei und für die Genußmeile und demolierte die Plane an der Bühne.

Glück im Unglück: Die Polizei konnte die Randalierer stellen! Wir stehen in Kontakt mit der Jugendgerichtshilfe und werden auch mit der Staatsanwaltschaft sprechen, sobald die Ermittlungen abgeschlossen sind.

Noch mehr Glück im Unglück: Viele Besucher*innen des Festes haben gespendet für neue Zelte. Vielen, vielen Dank für die Unterstützung!

Und dann war es – einfach schön.
Bilder sagen mehr als Worte; schaut selbst: … auf flickr!

Siebtes Trachenfest: Herzliche Einladung!

So sahen die Hufewiesen noch vor zwei Tagen aus: Brusthoch standen Gräser, Solidago, Brennnesseln. Dann kam der Canycom, ein Hochgrasmäher mit Vierradantrieb, speziell entwickelt für die Forstwirtschaft. Und jetzt haben wir eine Festwiese! Bühne frei für eine Gaudi mindestens so schön wie im letzten Jahr…
Vorher:

Nachher:

Heute wird die Bühne aufgebaut. Morgen stellen wir die Partyzelte für die Genußmeile bereit. Und am Sonnabend, 26. Mai, ist es dann soweit: Ab zwölf Uhr eröffnet das Siebte Trachenfest!

Die Wettervorhersage sieht günstig aus. Kommt herbei und genießt entspannte Stunden auf den Wiesen! Bis 18 Uhr haben wir folgende Angebote organisiert – bei kostenlosem Eintritt:

  • ein kleines Bühnenprogramm mit Musik und Tanz von Noch-nicht-Profis, überwiegend aus der Nachbarschaft
  • eine Genußmeile mit Klassikern (Bratwurst, Kaffee, Kuchen) und Ausgefallenem (u.a. kulinarische Eindrücke von einer Reise nach Sri Lanka)
  • viele Mitmach-Stände von Kunsthandwerkern und Initiativen aus den Bereichen Umwelt und Naturschutz
  • einen Nachbarschaftsflohmarkt
  • Führungen über die Hufewiesen um 13:30 und un 14:30 Uhr (oder mit Anleitung auf eigene Faust, abzuholen beim Infostand des Vereins am Eingang der Festwiese)

Den Höhepunkt des Festes bildet wie immer der Trachenwettbewerb: Festbesucher*innen basteln Trachen-Masken, und um 16 Uhr veranstalten wir einen Umzug damit. Alle, die mitmachen, bekommen einen tönernen Trachentaler oder eine Trachenmedaille aus Birkenholz.

Wie kommen wir dahin? Am besten zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Eingang über die Gaußstraße in Alttrachau.

Wir wünschen ein frohes Fest!

Rätselhafte Funde

Die Trachen waren es nicht. Aber wer dann?
Tatort: Hufewiesen.
Tatzeit: irgendwann zwischen dem 2. April 2017 und dem 7. April 2018.
An diesem Tag, gut ein Jahr nach dem Frühjahrsputz 2017, wurden die verdächtigen Gegenstände von den fleißigen Sammlern und Sammlerinnen beim Frühjahrsputz 2018 auf den Hufewiesen aufgelesen.

Seht selbst und staunt! (Für Diaschau bitte anklicken.)
Was sehen wir hier?
Wie kam es auf die Hufewiesen??
Sachdienliche Hinweise bitte an facebook.com/hufewiesen.

Die Beweisaufnahmen hat unserer Krimi-Fotograf Ronny Hotzenplotz geliefert.
Sein Kommentar:

Schöne Aktion, angenehm viele Beteiligte. Nächstes Jahr werden wir hundert Leuts!
Wer Appetit auf mehr Müll bekommen hat: Wir versuchen künftig, regelmäßig auf facebook.com/wir.lieben.elbe neue Sammeltermine für An-der-Elbe zu veröffentlichen. Da gibts auch immer ne Menge zu tun.

Vielen Dank an die freundlichen Unterstützer vom Ortsamt und von der Stadtreinigung! Das Müllauto mußte mehrmals kommen, um alle Beutestücke abzutransportieren…
Vielen Dank aber vor allem an die fröhliche Truppe!

Sauber ist lustig!

7. April Frühjahrsputz für die Hufewiesen

Sauber ist schöner! Nicht nur auf den Elbwiesen. Auch auf den Hufewiesen. Wir machen mit beim Aufruf der Stadtreinigung Dresden. Und laden ein zur etwas anderen und nur leicht verspäteten Ostereiersuche…

Sonnabend, 7. April 2018, 10 bis 12 Uhr
Treffpunkt: Alttrachau 25/ Mündung des Kirchsteigs

Abfallsäcke sind vorhanden. Handschuhe und passendes Schuhwerk bitte mitbringen. Vielleicht auch Harken und Greifer, falls vorhanden.

In den vergangenen Jahren gab es durchaus kuriose Funde:
Trauriger Rekord… (2017)
Minus drei Kubik Müll (2016)
Müllauto auf dem Kirchsteig – Rettung für verletzten Ken (2015)

Mal sehn, was uns diesmal blüht. Auf jeden Fall können wir garantieren: Es macht Spaß, und die Hufewiesen werden sichtlich aufatmen…

Plakat zum Ausdrucken (pdf)

Adventsklänge mit Tuba und dreisprachig

Alle Jahre wieder. Sonnabend vor dem zweiten Advent.

Schon am Vormittag klettert Gyuri Hals über Kopf in die Weide im Garten von Alttrachau 29, sägt Altholz weg und montiert den Herrnhuter Stern, der bis zu ihrem spektakulären Abgang im August immer in Hensels Kastanie hing. Bis Mariä Lichtmeß soll der weiße Vielzack nun allabendlich den Anger mit frohem Strahlen bescheren. Danke an Conni für den Strom!
Ab 16 Uhr wird es dann wimmelig im Gemeinschaftsgarten zwischen Alttrachau und der Henricistraße. Es knistert und flackert in einer Feuerschale. Eckart, Laura und Heiko beugen sich über einen Projektor, der nicht funktionieren will, und hantieren mit allerlei Kabeln und Tasten. Eine Reihe von Kerzen, von Gisela in Äpfel gesteckt und mit Reisig verziert, beleuchtet die kleine Trockenmauer, um später in die Hände der vielen Kinder zu wandern. Kurz vor Beginn taucht dann noch ein riesiger Trichter auf Rücken eines starken Musikers auf: die Tuba! Sie wurde begleitet von einer Gitarre; beide sorgten für eine schöne Baßlinie mit Akkorden als Stütze für unsere Tonleiterklettereien. A propos Musik: Eine Premiere von Jakob (sechs Jahre) und seiner Nachbarin Martina (mindestens sechsmal so alt) mit Akkordeon und Saxophon gab es auch!
Und es wurde gesungen und gesungen und gesungen, bis die Füße kalt waren. Auch auf Englisch und auf Polnisch! Mocia machte es möglich durch Umschrift…
Schön war es, so viele inzwischen bekannte Gesichter zu sehen im Kerzenlicht und Feuerschein. Mit Glühwein und Apfelpunsch.
Nächstes Jahr wollen wir auch auf Französisch und Ungarisch singen. Heißa, das wird was geben!
Danke an

9. November – Gedenken

Der 9. November ist der Tag, an dem die Stolpersteine in Dresden und anderswo aus dem Alltag herausgehoben und mit besonderem Leben erfüllt werden. Durch eine kurze und zurückhaltende Zeremonie.

Stolpersteine? Das sind die kleinen Messingplatten im Fußweg, die ein Künstler seit 1992 in ganz Europa verlegt. Sie erinnern an die Menschen, die zwischen 1933 und 1945 umkamen, weil andere Menschen sie ideologisch ins Visier nahmen und zu Feinden erklärten. (Vgl. wikipedia)

Stolpersteine putzen. Blumen niederlegen, Kerzen anzünden. Die Biographien derer vorlesen, die verfolgt und getötet wurden.

„Es waren unsere Nachbarn…“

Ungefährer Zeitplan für Stolpersteine in der Nachbarschaft der Hufewiesen
am Donnerstag, 9.11.2017:

17:30 Uhr – Trachenberger Platz (Trachenberger Str. 23),
Stolpersteine für Rosa und Walter Steinhart

17:45 Uhr – Hans-Sachs-Straße 27,
Stolperstein für Heinz-Martin Wendisch

17:55 Uhr – Rückertstraße 12,
Stolperstein für Erich-Kurt Mosberg

18:05 Uhr – Volkersdorfer Straße 3,
Stolperstein für Albert Hensel

Still werden, innehalten, eine kleine Pause zum Nachfühlen und Nachdenken.
Gemeinsam.

Ort des Mutes

Ungewöhnliche Anfrage aus der Laurentiusgemeinde. Danilo Lämmel, der Gemeindepädagoge, steckt in den Vorbereitungen für die Kinderbibelwoche in den Herbstferien. „Hier stehe ich – ich kann nicht anders!“ Das geflügelte Wort, das Martin Luther zugeschrieben wird, regt seine Phantasie an. Die Hufewiesen fallen ihm ein. Die gäbe es doch längst nicht mehr, wenn nicht ein paar Menschen gesagt hätten:
„Hier stehen wir – wir wollen das anders!“
Schnell ist vereinbart, daß die Kinder, die an der Bibelwoche teilnehmen, auch die Hufewiesen besuchen. Am Freitag, 6. Oktober, war es soweit.

In der Bahnunterführung an der Gaußstraße warteten Gabriele Windisch und Anja Osiander vom Hufewiesen-Verein auf die bunte Schar. Erst einmal wurde die Akustik erprobt. Alle kreischen aus vollem Hals. Dafür eignet sich der massive Beton wirklich gut!
Dann erzählen die beiden. Von dem Herzklopfen in der Bürgerversammlung im Juli 2011, als die Verwaltung die Baupläne vorstellte und es so aussah, als sei alles schon beschlossene Sache. Wie dann immer mehr Menschen sich zu Wort meldeten und dagegen argumentierten, so daß schließlich eifrig Adressen ausgetauscht wurden und diese Menschen sich zusammenschlossen.
Aber wie überzeugt man die mächtigen Menschen, die die Hufewiesen zubauen wollten, vor allem den Baubürgermeister und die Verantwortlichen des Immobilienunternehmens? „Das schafft Ihr nie! Die machen doch, was sie wollen…“, so äußerten sich viele. Macht ist aber relativ – und oft nur ein Schein. Worte und Argumente dagegen können mehr bewirken, als man oft denkt. Das erlebten wir in den folgenden Jahren immer wieder, so daß die Hufewiesen heute immer noch grün leuchten und nicht unter Asphalt und Beton begraben liegen.
Wichtig für das Durchhalten ist dabei auch die Phantasie. Mit dem Trachenfest haben wir die Hufewiesen inzwischen schon fünfmal jeweils im Mai mit unserer geballten Freude erfüllt und dem Ort eine Geschichte gegeben, die bei allen, die jemals dabei waren, lange in den Herzen nachhallt.
Das alles kam zur Sprache unter der Bahnunterführung, und dann machten die Kinder sich auf den Weg über die Hufewiesen. Sie gingen als Seilschaft, und die Herausforderung bestand darin, das Seil immer straff zu halten. Gemeinsam erzeugen wir eine Spannkraft, die über die Kräfte der Einzelnen weit hinausgeht! So bekommt Mut Flügel…
Zum Abschluß erreichten wir Hensels Garten, umgarnten mit dem Seil den Staketenzaun, und alle Kinder nahmen Bilderkarten mit von den Hufewiesen. Jede Karten zeigte auf der Vorderseite blühende Blumen und trug auf der Rückseite einen Buchstaben und eine Zahl. Richtig zusammengesetzt, ergab sich ein Spruch fürs Poesiealbum, der noch einmal von Mut und Tatkraft handelte.

Was Martin Luther dazu gesagt hätte, wissen wir nicht. Auch nicht, wie viel von unserer frohen Botschaft bei den Kindern ankam. Nicht vergessen werden wir auf jeden Fall die Energie des gemeinsamen Kreischens unter der Bahnunterführung und die Gaudi, gemeinsam an einem Strang zu ziehen.
Vielen Dank an die Laurentiusgemeinde, vor allem an Danilo Lämmel und seine Helfer*innen, für diese schöne gemeinsame Aktion!

Herbstfreuden im Anger

Erntedank im Anger, 10.9. 2017

Pünktlich hörte der Regen auf. Die letzten Tropfen fielen, als wir die Biertische aus dem Schuppen holten, um sie im Anger aufzustellen zum gemeinsamen Frühstück am 10. September unter dem Motto „Erntedank im Anger“. Dann blieb es mild, ab und zu wärmte uns sogar die Sonne den Buckel.
Im Alltag wird der breite Streifen vor den Höfen auf der nördlichen Seite des Dorfkerns in Alttrachau gerne als wilder Parkplatz missbraucht oder bietet einfach ein ödes Bild. Jetzt fanden sich hier die Nachbarn ein, jung und alt, viele Kinder. Bald war die lange Tafel beladen mit lauter Köstlichkeiten; neue Bekanntschaften entstanden; lebhaft wogte das Gespräch bis weit nach Mittag.
Es ist wirklich verblüffend, wie gering der Aufwand war und wie schön das Ergebnis!
Danke an alle, die dabei waren! Und danke schon jetzt an alle, die sich eingetragen haben, um den Erntedank im Anger 2018 mitzugestalten!


***
Am Nachmittag dann öffnete sich das große Tor zu Adams Hof (Alttrachau 21), einem besonders schönen Gehöft, wo es noch weitgehend so aussieht wie vor 50 oder 80 Jahren. Liebevoll gepflegt und instandgehalten von Vater Braun und Sohn, strahlte der Hof auch an diesem Tag seinen Charme aus. Weit über einhundert Gäste kamen und labten sich an der Atmosphäre und dem Kuchen oder den wunderbaren Laiben von original Sauerteig-Brot.
Wie schon in den Jahren 2014 und 2015 drehte sich auch diesmal wieder alles um den Maler Theodor Rosenhauer (1901-1996). Er hat praktisch sein gesamtes Leben in Alttrachau verbracht, sehr einfach gelebt und sich ganz der Malerei hingegeben. So hat er einen ganz eigenen, zugleich zurückhaltenden und bis ins Detail intensiven Malstil vervollkommnet.
Herr Braun senior hat den Maler noch gut gekannt und als geschickter Tischler viele Bilderrahmen für ihn gefertigt. In diesem Jahr hatte er sich mit Frau Zeuner zusammengetan, deren Vater im Krankenhaus Neustadt arbeitete und ebenfalls mit Rosenhauer gut befreundet war. Beide haben in ihren privaten Beständen gegraben und ein paar Kostbarkeiten ausgewählt. Für die Besucher lagen Mappen mit Briefen, Skizzen und Zeitungsberichten bereit; sie konnten in Büchern über Rosenhauer schmökern, sich in der alten Scheune kurze Dokumentarfilme über den Maler anschauen oder im Erdgeschoß des Auszugshauses Reproduktionen und Plakate bewundern.
Mitten in Adams Hof standen zwei Staffeleien mit Bildern der jungen Malerin Mandy Friedrich. Sie zeigten Motive aus dem Anger. Mandy Friedrich hat wie Rosenhauer an der Dresdner Kunsthochschule studiert; dazwischen liegen fast 100 Jahre; das ließ spannende Vergleiche zu.
Großen Anklang fand auch eine Führung durch den Anger, die der passionierte Dorfchronist und ehemalige Schulleiter Klaus Brendler mit viel Liebe gestaltete.
Von Herzen Dank an die Familien Braun und Zeuner, die diese Aktion möglich machten!

Einst und jetzt begegneten sich an diesem Tag in Adams Hof; darum kreisten auch viele Gespräche. Das ist genau das, was der Tag des offenen Denkmals bewirken möchte.

Erntedank 2017 – kommt herzu!

Merkt Ihr es auch? Die Sonne geht früher unter. Die Nächte sind deutlich kühler. Die Äpfel reifen.
Der Herbst ist nicht mehr weit.
Wir feiern ihn mit zwei Veranstaltungen im Anger von Alttrachau am Sonntag, 10. September 2017, der zugleich Tag des offenen Denkmals ist.

Im letzten September luden wir erstmals zu einem gemeinsamen Frühstück an einer langen Tafel unter freiem Himmel ein. Und die Leute kamen! Das machen wir wieder!
Also: Packt Eure Picknickkörbe voll, backt noch einen Kuchen (oder auch nicht) und setzt Euch dazu! Ab zehn Uhr werden Tische und Bänke bereitstehen.

Am Nachmittag öffnet sich dann das Tor zu Adams Hof. Und zwar für eine Ausstellung zu Leben und Werk des Malers Theodor Rosenhauer (1901-1996).
Der Hofbesitzer, Tischlermeister Braun, kannte Rosenhauer gut und hat viele Bilderrahmen für ihn gebaut. Für die Aktion am 10. September hat er sich mit Frau Dr. Zeuner zusammengetan, deren Vater als Chefarzt im Krankenhaus Neustadt mit vielen Künstlern bekannt und befreundet war. Gemeinsam haben sie ihre privaten Bestände durchgesehen und einige besondere Erinnerungen von und an Rosenhauer ausgegraben.
Außerdem werden Reproduktionen, Bildbände und Dokumentarfilme gezeigt, und Adams Hof lohnt selbst schon den Besuch.
Wir freuen uns auf Euch und Sie: 14 bis 18 Uhr in Alttrachau 21!

Herzliche Einladung zum Erntedank 2017 am 10. September im Anger Alttrachau

P.S.
Neugierig geworden? Hier gibt es einen Bericht vom Erntedank 2016 und einen Bericht von einer Aktionen zu Rosenhauer in Alttrachau im Jahr 2014.