Gehört werden – Umfrage zu den Hufewiesen

Wir möchten, daß sich etwas bewegt.
Seit einem Jahr sind die Hufewiesen abgesperrt, weil die Immobilienfirma ADLER Real Estate aus Hamburg und die Vertreter der Stadt sich nicht darauf einigen können, was aus dem Gelände werden soll. Politik und Verwaltung allein können den Konflikt offensichtlich nicht lösen. Derweil machen meterhohes Unkraut und Gestrüpp sich breit, wo bis zum letzten Sommer noch viele spazieren gingen, Äpfel ernteten oder einfach mal Luft schnappten.
Die Leidtragenden sind die Menschen in Pieschen. Vor allem die Kinder. Ihr Paradies ist verschlossen.

Was tun?
Als erstes: Sagt Eure Meinung! Denn nur wer etwas sagt, kann auch gehört werden.

  • Was soll aus den Hufewiesen werden?
  • Was halten Sie von dem Vorschlag des Vereins für eine Lösung?

Möglichst viele Menschen. Möglichst viele Stimmen, die ihre Meinung zur Zukunft der Hufewiesen sagen. Je größer das öffentliche Echo, desto stärker steigt der Druck. Für die Politiker. Für den Eigentümer. Wir brauchen nicht ein Aussitzen, sondern eine Einigung!

  • Die Umfrage gibt es als Fragebogen und online.
  • Bis zum November sammeln wir die Antworten.
  • Im Januar 2014 werden wir die Ergebnisse öffentlich vorstellen.

Auf dieser Grundlage wollen wir dann alle Beteiligten an einen Runden Tisch bitten.
Das wäre doch was: Eigentümer, Politiker, Vertreter der Verwaltung und Bürger schauen sich in die Augen und suchen im direkten Dialog nach einer Einigung.

Sie sind dabei, und Ihr seid dabei – mit Euren Antworten auf die Umfrage.

Die Hufewiesen sagen: Danke!!

2 thoughts on “Gehört werden – Umfrage zu den Hufewiesen

  1. Problemfläche – bezahlbare Wohnungen gesucht – wer soll den Park pflegen?

    Aufgewachsen in der SWG Boxdorfer Str. und bereits 60 Jahre meines Lebens dort zuhause gewesen, kenne ich die Hufewiesen immer schon als Problemfläche.
    Mein Vorschlag wäre, auf dieser Fläche bezahlbare Wohnungen (Genossenschaft?) zu errichten, mit Grünflächen und parkähnlichen Erholungspunkten.
    Die umliegende Infrastruktur bietet dafür alles Notwendige.
    Parkanlagen oder Erholungsstätten können heute doch von Vereinen oder privaten Einrichtungen sowieso nicht finanziert und instandgehalten werden.
    Die Stadt Dresden kommt den Anforderungen auch nicht nach, da ist es schon verwunderlich, dass sie einem nichtregionalen Investor „vorerst“ abgesagt hat.
    Finden sich nicht regionale Investoren (WG Industriestr. o. SWG Dresden….), die finanziell unterstützt der immer schlechter werdenden Wohnungssituation in Dresden entgegenwirken?
    Die Entwicklung dieses Problemgeländes interessiert mich sehr.

    Viel Kraft und Durchstehvermögen wünscht mit freundlichen Grüßen

    V. B.

    • Sehr geehrter Herr B.,

      vielen Dank für Ihre Gedanken zu den Hufewiesen.

      Ich kann Ihre Sichtweise gut nachvollziehen, auch wenn ich sie nicht ganz teile. Es gibt in Dresden viele Beispiele von Grünanlagen, die durch die Tatkraft der Bürger überhaupt erst entstanden sind. Dazu zählt der Waldpark Blasewitz als prominentestes Beispiel. Andere Grünanlagen wurden von großzügigen Stiftern geschaffen, etwa am Lingnerschloß oder der Bienertpark. Warum soll das in unserer Zeit nicht mehr möglich sein?

      Ich stimme Ihnen zu, daß Pieschen bezahlbaren Wohnraum braucht, gerade für Familien. Ich teile auch Ihre Ansicht, daß dieser Wohnraum möglichst durch nicht gewinnorientierte Träger geschaffen werden sollte, also etwa Genossenschaften. Auch andere Formen von gemeinschaftlichem Wohnen, etwa Baugemeinschaften, erscheinen mir sinnvoller als die klassischen Marktlösungen.

      Etwas anderer Meinung als Sie bin ich aber in Bezug auf das Verhältnis von Grün zu Wohnraum, jedenfalls was die Hufewiesen betrifft. Pieschen hat keinen einzigen öffentlichen Park! Aber hier leben 50.000 Menschen. Als Vertreter des Vereins hören wir immer wieder von jungen Eltern oder auch von Großeltern, wie traurig die Kinder darüber sind, daß die Hufewiesen nun abgesperrt sind. Den Eltern fehlt in Pieschen ein öffentlicher Raum, wo sie die Kinder toben lassen können, ohne sich sorgen zu müssen.

      Außerdem sind die Hufewiesen – inzwischen – etwas Besonderes in Dresden und darüber hinaus. Ein Professor der Hochschule für Technik und Wirtschaft, dem wir die Gegend zeigten, meinte, er wüßte von keinem anderen Ort, wo mitten in der Stadt noch alle Stadien der Stadtentwicklung aus den letzten 200 Jahren so eindrucksvoll eine Nachbarschaft bilden wie in Trachau: die Bauernhöfe MIT den Hufegrundstücken dahinter, dann die Gründerzeitbebauung, schließlich der Siedlungsbau des 20. Jahrhunderts. Das kann man doch nicht einfach zubauen und verschwinden lassen! Die nachfolgenden Generationen werden es uns danken, wenn wir es schaffen, diese Besonderheit für sie zu bewahren. So haben es andere Generationen in Dresden vor uns auch gemacht, und heute sind wir ihnen dankbar!

      Auch Ihnen alles Gute wünscht
      Anja Osiander
      (Hufewiesen Trachau e.V.)

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