Säen & Ernten: neue Kategorie

Säen und Ernten. Ideell und handfest. Ein wichtiger Kern beim Engagement für die Hufewiesen.

Säen und Ernten. Ideell und handfest. Ein wichtiger Kern beim Engagement für die Hufewiesen.

Das Tauziehen um die Hufewiesen erreicht wieder mal eine neue Phase:

  • Im ersten Halbjahr 2014 haben wir erarbeitet, wie die Hufewiesen als öffentliches Grün, als „Bürgergrün“, künftig aussehen könnten.
  • Nun wenden wir uns der zweiten großen Aufgabe zu, die uns die Teilnehmer der Befragung zur Zukunft der Hufewiesen im Herbst 2103 gestellt haben: Sucht eine Einigung mit dem Eigentümer!
  • Damit geht einher, daß sich den Menschen, die für die Hufewiesen aktiv sind, neue Aufgaben stellen.
  • Und das wiederum bedeutet, daß wir auch unseren Netzauftritt anpassen möchten. Daran arbeiten Susann und Laura, Ronny und Rüdiger und vor allem Jochen und Anja schon seit einiger Zeit.

Hier präsentieren wir ein erstes Ergebnis unserer Überlegungen:
Säen & Ernten als neue Kategorie.
Säen und Ernten – das faßt wunderbar zusammen, was wir tun. Die Hufewiesen sind seit 800 Jahren urbares Land. Land, das vorbestimmt ist zum Säen und Ernten. Das gilt auch im übertragenen Sinne: Durch Erlebnisse in Verbindung mit den Hufewiesen werden die Menschen untereinander zum Säen und Ernten inspiriert. So stiften die Hufewiesen Gutes an. Auf den Wiesen ebenso wie in den angrenzenden Straßen und Quartieren. Und darüberhinaus. Ideell. Und ganz handfest. Davon handeln die Beiträge in dieser Kategorie.

HufeRunde am 17. Juli – Ihr habt was verpaßt!

Wir schreiben den 28. September. Die letzte HufeRunde liegt zehn Wochen zurück, und wir berichten erst erst jetzt darüber. Warum? Ehrlich gesagt: Weil wir selbst erst einmal sehen mußten, wie es nun weitergehen kann. Aber erzählen wir lieber der Reihe nach:

Es war ein prächtiger Sommerabend. Der letzte Tag vor den Sommerferien. Für den Abend des 17. Juli hatte der Verein Hufewiesen Trachau ins Goldene Lamm eingeladen. Exakt ein Monat war vergangen, seit die Thomsen Group aus Hamburg inm Auftrag des Haupteigentümers der Hufewiesen, der ADLER Real Estate AG, ihre Vision von einer Entwicklung des Geländes zu einer grünen Wohnsiedlung präsentiert hatte.

Knapp dreißig Menschen füllten die Stühle im Erdgeschoß des Goldenen Lamms. Alle wollten erfahren, wie eine Alternative zu den Bauwünschen der ADLER Real Estate AG aussehen könnte. Kurioserweise waren aktive Lokalpolitiker dabei fast in der Überzahl:

Prominente Gäste bei der HufeRunde am 17. Juli 2014

Prominente Gäste bei der HufeRunde am 17. Juli 2014

  • Prominentester Gast war Markus Ulbig, derzeit sächsischer Innenminister und Kandidat der CDU für den hiesigen Wahlkreis bei der Landtagswahl Ende August (inzwischen direkt gewähltes Mitglied des Landtags).
  • Außerdem waren Stadträte, Ortsbeiräte und Mitglieder der Kreisvorstände von LINKEN, SPD, GRÜNEN, PIRATEN und FDP der Einladung gefolgt (siehe Schaubild).
  • Es wären beinahe noch mehr gewesen: Kati Bischoffberger und Ulrike Caspary, neugewählte Stadträtinnen der GRÜNEN, und Gunter Thiele, frisch gekürter baupolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im Stadtrat, mußten wegen Überschneidungen mit Gremiensitzungen leider absagen, baten aber ausdrücklich darum. weiter informiert zu werden.

Der Abend begann klassisch. In rund 30 Minuten erläuerte die Vereinsvorsitzende Anja Osiander mit Hilfe vieler Schaubilder und eines Thesenpapiers die Vision des Vereins von den Hufewiesen als Bürgergrün.

Dann war das Publikum an der Reihe. Und das war der Moment für Veit Böhm, frischgewählter Stadtrat für Pieschen und Vorsitzender des CDU-Ortsverbandes. Mit gewohnter Zielsicherheit wandte er sich an die beiden Vertreter der Unternehmensberatung Thomsen, die eigens für diesen Abend aus Hamburg angereist waren:

„Na, was sagen Sie denn dazu als Vertreter des Eigentümers?“

Das wollte Herr Böhm wissen. Und das ließ Herr Spiekermann (Thomsen Group) sich nicht zweimal fragen. Mit energischen Schritten eilte er nach vorn. In bisher nicht erlebter Klarheit stellte er die Position des Haupteigentümers der Hufewiesen, der ADLER REAL ESTATE AG, dar:

  • Vieles von den Vorstellungen des Vereins für das Bürgergrün sei doch in den Vorschlag von Thomsen für einen öffentlichen Grünkorridor in der Mitte des Geländes bereits eingeflossen…
  • Das Argument, daß Teile der Hufewiesen nicht bebaut werden könnten, sei für ADLER nicht stichhaltig. Alle planungsrechtlichen Einschränkungen ließen sich ausräumen, sei es durch technische Maßnahmen, sei es durch politische Entscheidungen; nötigenfalls auch durch einen Streit vor Gericht.
  • Deshalb würde die ADLER nicht von ihren Preisvorstellungen für die Grundstücke im Besitz ihrer Tochtergesellschaft MBG Trachau abrücken. Mindestens 5 Millionen Euro wolle sie einnehmen für ihre zehn Hektar Land auf den Hufewiesen.
  • Würde diese Forderung nicht erfüllt, bliebe das Gelände eben weiter abgesperrt – notfalls auch für Jahre.

Damit war das Feld eröffnet. Der Ton blieb freundlich und höflich, in der Sache aber entspann sich ein unverblümter Schlagabtausch zwischen den Vertretern von Thomsen, den anwesenden Wieslern und den zahlreich erschienenen Politikern. Die Einzelheiten des Konzepts für ein Bürgergrün gerieten darüber zur Nebensache. Welche Seite denn endlich mal Realitäten zur Kenntnis nehmen müßte und wo und wie denn überhaupt ein Kompromiß gefunden werden könnte, darum ging es in der Hauptsache.
Nach knapp zwei Stunden, als die Luft schon sehr dick geworden war, brachte schließlich Maurice Devantier, Ortsbeirat für die LINKE in Pieschen, einen salomonischen Vorschlag an:

Die Einzelheiten sind eigentlich nicht wichtig. Am besten wäre, einfach der ADLER das Geld zu geben, das sie verlangt! Warum? Weil schon für so viele Zwecke sinnlos 5 Millionen Euro ausgegeben worden sind, daß diese Investition sich im Vergleich dazu auf jeden Fall lohnt!

Auf diesem Höhepunkt endete die HufeRunde offiziell. Inoffiziell standen Wiesler, Politiker und die Vertreter von Thomsen noch lange in kleinen Gruppen im Saal und in der Sommernacht auf der Straße beisammen und tauschten weiter Gedanken und Ansichten aus.
Der Abend machte zum Greifen deutlich, welch ein Spannungsbogen sich zwischen den Visionen des Eigentümers (bzw. der Unternehmensberatung) auf der einen Seite und des Vereins auf der anderen Seite auftut.
Wir sagen: Danke an alle, die den Bogen an diesem Abend mitgespannt haben!

Mehr zum angekündigten Thema des Abends:
Hufewiesen als Bürgergrün: Leitideen

Die nächste Etappe im Bogenspannen/Brückenschlagen wartet schon:
Wie kann es weitergehen?

Hensels: grüne Oase jetzt!

Die Hufewiesen sind abgesperrt – noch.

Aber gleich nebenan ist eine kleine grüne Oase schon zugänglich: Hensels Garten.

Im Frühjahr 2013 ging es los: Arbeitshandschuhe gab es gratis, dann wurde das Grundstück von Unrat gesäubert, von Unkraut und Verwucherungen befreit und urbar gemacht.

Am 15. März 2014 wurde die zweite Saison offiziell eröffnet. Ein Frühbeet wurde eingerichtet, ein gewaltiger Stubben von einem Götterbaum gerodet und ein Stück Böschung abgetragen – mit erstaunlichen Funden…Dazu leckerer Kaffee und Kuchen und viel Gelächter. Ein Großprojekt folgt: Wir plänern!

Hensels Garten – von Nachbarn für Nachbarn,betreut vom Hufewiesen Trachau e.V. .
In Alttrachau 28.

Informationen und Kontakt:
www.henselsgarten.de

Hensels Garten im Stadtwiki Dresden:
http://dresden.stadtwiki.de/wiki/Albert_Hensel

Der Anfang von Hensels Garten im April 2012.

Der Anfang von Hensels Garten im April 2013.

Die Straßenecke Alttrachau/Gaußstraße mit Hensels Haus und Kastanie, ca. 1965 (freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Peter Pietzsch).

Die Straßenecke Alttrachau/Gaußstraße mit Hensels Haus und Kastanie, ca. 1965.
(Foto freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Peter Pietzsch.)

Bürgerversammlung am 29.1.

Geschafft! Die Bürgerbefragung zu den Hufewiesen ist vollendet.
Und damit beginnt der nächste Schritt: Was wird nun aus den Ergebnissen der Befragung?

Dazu laden wir herzlich ein zur Bürgerversammlung am Mittwoch, den 29. Januar 2014, ab 19 Uhr 30 im Goldenen Lamm (Leipziger Straße 220):

Plakat mit der Einladung zur Bürgerversammlung am 29.1.

Plakat mit der Einladung zur Bürgerversammlung am 29.1.

Das Wichtigste in Kürze:

  • 1200 Menschen haben im Herbst 2013 an unserer Umfrage teilgenommen. Sie fordern mit überwältigender Mehrheit: Das Grün muß erhalten bleiben. Und sie wünschen sich einen Kompromiß mit dem Haupteigentümer.
  • Im Rahmen der Befragung haben wir auch zwei Bürgerspaziergänge, ein Gesprächsabend und zwei „Bazare der Möglichkeiten“ veranstaltet. Dabei sind viele Anregungen und einige vielversprechende Lösungsansätze entstanden. Die Dokumentation dazu wird bis Ende Januar abgeschlossen sein.
  • Aus dem zweiten Bazar sind mehrere Arbeitsgruppen hervorgegangen. Hier entwickeln wir die Anregungen aus der Befragung weiter. Dabei geht es um
    • die Zugänge zu den Hufewiesen,
    • ein Konzept für die Gestaltung, Nutzung und Bewirtschaftung der Hufewiesen
    • ein Verfahren, mit dem eine Lösung gefunden werden kann, die sowohl städtebaulich überzeugt als auch die Interessen des Haupteigentümers wahrt.

Der Abend ist als Gesprächsrunde gestaltet. Das heißt: Alle, die kommen, sind gleichberechtigt im Zuhören und Mitreden. Die Ergebnisse der Befragung werden genauer vorgestellt, und auch Uwe Steimle wird einen Beitrag gestalten. Zu der Runde sind ausdrücklich auch der Haupteigentümer, Vertreter der Stadtverwaltung und Lokalpolitiker eingeladen. Zum Ausklang wird ein kleines Buffet zum Weiterdenken und Weitersprechen bei Speis und Trank locken.

Gedanken zum Juni-Hochwasser

Für Kurzentschlossene: Das Umweltamt veranstaltet heute abend (Montag, 18.11.) eine Podiumsdiskussion zum Thema „Deichen oder Weichen“. Um 19 Uhr im Stadtmuseum.

Aktueller Anlaß sind die Erfahrungen mit dem Juni-Hochwasser.

Die überflutete Mühle in Gohlis, gegenüber von Pieschen. Juni 2013, Foto: L. Heubaum.

Die überflutete Mühle in Gohlis, gegenüber von Pieschen. Juni 2013, Foto: L. Heubaum.

Anders als im Jahre 2002 blieben die Hufewiesen diesmal von der Übeschwemmung verschont, weil die Flutmauer vom Ballhaus Watzke bis zur Flutrinne schon fertig war und standhielt. Trotzdem verwandelten sich die Wiesen in eine Matschwüste, und auch unser Trachenfest versank darin.

Die Erlebnisse vom Juni werden wieder lebendig, wenn man die Tagebuchnotizen von Herrn Heubaum liest, einem Mitarbeiter des Umweltamtes:
http://www.dresden.de/media/pdf/infoblaetter/Tagebuch_Heubaum.pdf

Näheres zu der Podiumsdiskussion:
http://www.dresden.de/de/08/03/01/vier-elemente.php

Eine wichtige Erkenntnis vom Juni lautet: Der Verlauf eines solchen massiven Hochwassers läßt sich nicht genau vorhersagen! Es ist offen, was passiert wäre, wenn das Wasser noch etwas höher gestiegen wäre. Auch für die Hufewiesen fragt sich: noch mehr Deichen oder Raum zum Weichen lassen?

Die Hufewiesen als Stadtgrün für morgen – Gesprächsabend am 2.10.

Die Hufewiesen als Stadtgrün für morgen.
Wie könnte das aussehen?

Wir haben zwei Fachleute gebeten, ihre Gedanken dazu zur Diskussion zu stellen: Frau Prof. Erika Schmidt (TU Dresden), renommierte Expertin für die Geschichte der Landschaftsarchitektur im Allgemeinen und für die Geschichte des Stadtgrüns in Dresden, und Herrn Prof. Cornelius Scherzer (HTW Dresden), vielgefragter Sachverständiger für aktuelle Entwicklungen in der Landschaftsgestaltung.

Diskutieren Sie mit!

Am Mittwoch, 2. Oktober 2013, 19 bis 21 Uhr
im Goldenen Lamm, Leipziger Straße 220.

Themenstadtplan

Der Themenstadtplan zeigt die Hufewiesen als gefragen Wohfühlort, aber auch als Schauplatz grosser Überschwemmungen in den Jahren 1845 und 2002.

Bürgerspaziergänge – spazierend mehr erfahren am 28.9. und 10.10.

Was wird aus den Hufewiesen?
Das fragen sich viele. Antwort: Das kommt drauf an…

Genaueres erzählen Ihnen gerne Herrn Wintrich, der stellvertretende Leiter des Ortsamtes Pieschen, und Christina Scharun vom Lehrstuhl Freiraumplanung der HTW Dresden.

Spazieren Sie mit!

Entwurf für einen neuen Flächennutzungsplan für Dresden (Stand 31.3.2013). An diesem Rahmenplan wird seit mehr als fünf Jahren gearbeitet.

Entwurf für einen neuen Flächennutzungsplan für Dresden (Stand 31.3.2013).

  • Termine: Sonnabend, 28.September 2013, 14-16 Uhr
    und Donnerstag, 10. Oktober 2013, 16-18 Uhr
  • Treffpunkt: Eis Keyl, Leipziger Straße 244
  • Strecke: Pettenkofer Straße, Kirchsteig, Alttrachau, Gaußstraße
  • Ausklang bei Brezeln und Getränken im Goldenen Lamm

Mitgestalten! Kirchsteigputz am 21.9.

Kirchsteig? Kirchsteig! Das ist der Pfad, der vom Anger in Alttrachau hinter dem Dorf entlang zur Pettenkofer Straße führt.
Kirchsteigputz? Seit die Hufewiesen im August 2012 abgesperrt wurden, ist der Pfad zugewachsen. Brennnesseln und Riesenkletten machen sich breit. Wir wollen den Weg wieder freilegen!
Zugleich eröffnen wir damit die Bürgerbefragung zu den Hufewiesen.

  • Sonnabend, 21. September 2013
  • Ab 14 Uhr: Wir machen den Weg frei! Werkzeuge und Abfallsäcke werden gestellt. Gartenhandschuhe bitte mitbringen!
  • Ab 16 Uhr: Kaffee, Kuchen, Informationen zur Bürgerbefragung. Dazu Basteln für Kinder. Auch das Infomobil wird eingeweiht!
  • Wiesler zum Anfassen – Zupacken – Spaß – Meinungsaustausch…

Hier die Zugänge zum Kirchsteig:

  • durch die Pforte neben dem kleinen Haus mit der Adresse Alttrachau 25
  • von der Pettenkofer Straße – bei Eis Keyl von der Leipziger Straße abbiegen, nicht weit vom Theaterhaus Rudi

Katasterauszug Kirchsteig

Auf geht’s!

Dafür hamse Geld

Die Hufewiesen sind ein wertvolles Biotop. Sie bilden eine dringend benötigte Oase im dicht bevölkerten Pieschen. Täglich dienen sie Hunderten von Anwohnern als grüne Lunge. Was liegt näher, als die Hufewiesen in einen öffentlichen Park umzuwandeln?
Den politischen Entscheidern in Dresden fällt diese Einsicht allerdings noch schwer. Lieber schmeißt man anderswo teures Geld zum Fenster hinaus. Geld, das sich sinnvoll in den Erhalt der Hufewiesen stecken ließe.
Dafür hamse Geld…
Lesen und schauen Sie selbst:

Pläne für einen Stadtpark West auf dem Gelände des Güterbahnhofs Friedrichstadt

Die CDU-Fraktion im Stadtrat befürwortet einen neuen Stadtpark West.
Dazu soll die Landeshauptstadt der Deutschen Bahn das Gelände des Güterbahnhofs Friedrichstadt abkaufen. Mehr dazu im Bericht des Dresden Fernsehen vom 29. März 2012.
Geld verschwendet dabei übrigens auch die Deutsche Bahn. Der Güterbahnhof war erst 2005 für fast 19 Mio. Euro saniert worden (siehe wikipedia).

Rückbau von Wohnungen

Ohne Worte.


(für Vergrößerung bitte anklicken)

Neues Grün an der Liststraße

(Bericht in der Morgenpost vom 19. Juli 2012; bitte anklicken)
Keine Frage – der neue „Stadtteilpark“ an der Liststraße ist liebevoll gestaltet. Aber: Sollte man nicht lieber von einem Pärkchen sprechen? Und sind 300.000 Euro für die Gestaltung des kleinen Eckgrundstücks nicht ganz schön viel Geld?