Noch fünf Tage bis zur Bürgerversammlung

Sechsmal werden wir noch wach… Dann ist es soweit.

Am Sonnabend, 24. März, öffnen sich die Türen des großen Saals im Goldenen Lamm am Anger von Alttrachau zur ersten Bürgerversammlung für das künftige Bürgergrün auf den Hufewiesen.

Moment mal! Die erste Versammlung? Es gab doch schon einige vorher: Im Januar 2012, als sich der Verein Hufewiesen Trachau gründete. Im Herbst 2013 dann eine Fachveranstaltung mit Landschaftsplanern zum Wert der Hufewiesen und zwei Ideenwerkstätten. Im Januar 2014 die Abschlußveranstaltung zur Bürgerbefragung über die Zukunft der Hufewiesen, mit Uwe Steimle als Überraschungsgast. Im Juli 2014 die Vorstellung der Vorschläge des Vereins für ein künftiges Bürgergrün…

Ja, aber: Diese Versammlung ist die erste, nachdem der Stadtrat im Mai 2017 mit den Stimmen der Fraktionen der SPD, Bündnis90/GRÜNE und LINKE den Grundsatzbeschluß faßte, daß auf den Hufewiesen öffentliches Grün entstehen sollte. Es ist außerdem die erste Versammlung, nachdem am 8. März 2018 der aktuelle Haupteigentümer der Hufewiesen zusammen mit dem Baubürgermeister Herrn Schmidt-Lamontain die Grundzüge einer Einigung zur Zukunft der Hufewiesen öffentlich vorgestellt hat.

Anders ausgedrückt: Es ist die erste Versammlung, bei der der Erhalt der Hufewiesen tatsächlich mehr ist als nur eine schöne Idee. Wir können auf Vorgaben der politisch Verantwortlichen und des Haupteigentümers aufbauen.

Jetzt haben Sie und wir das Wort: Was für ein Grün wollen wir?

Daß es eine solche Versammlung gibt, ist durchaus etwas Besonderes. Nirgendwo in Dresden, Sachsen oder anderswo in der Bundesrepublik hat es eine ähnliche Herangehensweise zur Gestaltung von öffentlichem Grün in dieser Größenordnung bis jetzt gegeben. Wir wagen gemeinsam etwas Neues.

Deshalb: Laßt Euch / Lassen Sie sich das nicht entgehen!

Das haben wir geplant:

  1. Eva Jähnigen, Beigeordnete der Landeshauptstadt Dresden für Umwelt und
    Kommunalwirtschaft:
    Planungsziele der Stadt für die Hufewiesen und Grundsätzliches zu einer möglichen
    Nutzungsvereinbarung
    (Vortrag/Diskussion)
  2. Vorschläge aus der Nachbarschaft zur Gestaltung eines künftigen Bürgergrüns
    (Offene Runde, mit Stärkung am Buffet)
  3. Hermann Sträb, GRAS – Gruppe Architektur und Stadtplanung/Dresden:
    Wie gelingt eine nachhaltige Beteiligung der Bürger bei der Gestaltung der
    Hufewiesen als Bürgergrün?
    (Thesen/Erfahrungsaustausch/Diskussion)

Die Themen deuten es schon an: Dies wird die erste und noch lange nicht die letzte Versammlung bei der Gestaltung der Hufewiesen als künftiges Bürgergrün sein. Wie es weitergeht, auch das werden wir an diesem Sonnabend gemeinsam festlegen – zusammen mit der Umweltbürgermeisterin als federführender Verantwortlicher auf seiten der Stadtverwaltung und mit dem erfahrenen Moderator von Beteiligungsverfahren Hermann Sträb.

Fürs leibliche Wohl ist gesorgt. Kinder können gerne mitkommen und derweil unter Aufsicht spielen.

Wir freuen uns auf Sie und auf Euch!

Bürgergrün – noch ein Vorschlag!

Wir sagen es gerne immer wieder:

Im Verein Hufewiesen Trachau bereiten wir den Moment vor, in dem die Hufewiesen wirklich als Bürgergrün zur Verfügung stehen werden.

Unser Wunsch und unser Anspruch ist, daß alle Menschen, die es interessiert und die sich einbringen wollen, die Möglichkeit bekommen, dieses Stückchen Erde mitzugestalten.

Deshalb stellen wir in loser Folge kleine Präsentationen von Nachbarn vor, die sich schonmal der Frage gestellt haben: Was könnte denn aus den Hufewiesen werden?

Den Anfang machte am 29.12.2017 ein Beitrag von Katrin Schneider mit dem Titel „Hufewiesen Trachau: Zurück zu unseren Wurzeln, mit ein wenig Moderne – Ideen und Visionen einer Nachbarin“.

Heute stellen wir die Ideen von Linda Stüwe vor. Sie hat im zarten Alter von zwei Jahren zum ersten Mal auf einem Pferderücken gesessen und sich die Leidenschaft dafür bis heute bewahrt. Im Mittelpunkt ihres Beitrags steht die Frage: Wie können wir langfristig und nachhaltig ein Naturerleben auf den Hufewiesen für möglichst viele verschiedene Menschen ermöglichen? In ihrer Antwort spielen auch Ponies eine Rolle…

Hufewiesen Trachau proudly presents:

Natur(er)leben Hufewiesen

von Linda Stüwe

>>> Gesamte Präsentation ANSCHAUEN <<<

Ideen von Linda Stüwe zum künftigen Bürgergrün auf den Hufewiesen

>>> Gesamte Präsentation ANSCHAUEN <<<

Mehr zu diesem Vorschlag und dazu, wie ein Bürgergrün auf den Hufewiesen überhaupt Wirklichkeit werden kann, kann man erfahren auf einer Bürgerversammlung, organisiert vom Verein Hufewiesen Trachau, am Samstag, 24. März 2018 im Großen Saal im Goldenen Lamm, Leipziger Straße 220 (mit Kinderbetreuung). Zwischen 15 und 18 Uhr sind geplant:

  1. Vortrag mit Diskussion von Eva Jähnigen, Beigeordnete der Landeshauptstadt Dresden für Umwelt und Kommunalwirtschaft: Planungsziele der Stadt für die Hufewiesen und Grundsätzliches zu einer möglichen Nutzungsvereinbarung
  2. Offene Runde mit Vorschlägen aus der Nachbarschaft zur Gestaltung eines künftigen Bürgergrüns
  3. Vortrag mit Diskussion von Hermann Sträb, GRAS – Gruppe Architektur und Stadtplanung (Dresden), Experte für Bürgerbeteiligung in der Stadtentwicklung: Wie gelingt eine nachhaltige Beteiligung der Bürger bei der Gestaltung der Hufewiesen als Bürgergrün?

Bürgergrün! So könnte es aussehen

Im Januar 2018 feiert unser Verein seinen sechsten Geburtstag. Das verflixte siebente Jahr wird nun hoffentlich einen Durchbruch bringen. Stadt und Haupteigentümer einigen sich auf einen Kompromiß, und ein möglichst großer Teil der Hufewiesen wird zum öffentlichen Grün…

Das ist die Vision, für die wir uns seit langem einsetzen. Dafür werden wir uns auch weiter mit Herz und Verstand engagieren.

Was aber tun wir konkret?

  • Wir begleiten die Verhandlungen zwischen Stadtplanungsamt, Stadträten und Vertretern der ADLER Real Estate AG.

Wir führen mit allen Seiten Gespräche, tauschen Informationen aus, geben Anregungen, machen Vorschläge, bieten Unterstützung, soweit es in unserer Macht steht. Manchmal ist es erstaunlich, wieviel sich bewegen läßt allein mit gutem Willem und gegenseitigem Respekt, aber auch mit Hartnäckigkeit und einer Prise Sachverstand.

  • Wir bereiten den Moment vor, in dem die Hufewiesen wirklich als Bürgergrün zur Verfügung stehen werden.

Unser Wunsch und unser Anspruch ist, daß alle Menschen, die es interessiert und die sich einbringen wollen, die Möglichkeit bekommen, dieses Stückchen Erde mitzugestalten. Und zwar nicht einfach in Form einer üblichen Bürgerbeteiligung nach den gesetzlichen Vorgaben, wo die Stadt ein Planungsbüro beauftragt und dann alles Weitere den Mitarbeitern im Amt für Stadtgrün aufgetragen wird.
Wir stellen uns vor, daß die Hufewiesen von Bürgerinnen und Bürgern gestaltet werden – in offenem Meinungsaustausch, mit eigenem Einsatz und nicht nur einmal, sondern immer wieder aufs Neue. Als gelebte Demokratie eben. Auch hier sollen guter Wille, gegenseitiger Respekt, Hartnäckigkeit und Sachverstand zum Tragen kommen – gepaart mit Tatkraft.

Das ist der Grund, warum wir von einem „Bürgergrün“ auf den Hufewiesen sprechen – statt einfach von „öffentlichem Grün“.

Wie man so eine Beteiligung der Bürger an den Hufewiesen organisieren kann, das wollen wir bei einem Bürgergespräch im Frühjahr vorstellen und mit Ihnen und Euch diskutieren. Zur Vorbereitung darauf treffen wir uns im Januar mit einem Fachmann und mit der Umweltbürgermeisterin. Danach werden wir Genaueres dazu sagen können.

Es gibt aber Menschen, die sich schon jetzt Gedanken machen. Menschen, die an den Hufewiesen leben und vor deren innerem Auge Bilder aufgetaucht sind, was hier alles werden könnte, wenn das Grün den Menschen zugänglich wäre. Wir haben sie gebeten, diese Bilder aufzubereiten, damit wir alle sie auch sehen können. Wir freuen uns, diese kleine Reihe heute eröffnen zu können.

Hufewiesen Trachau proudly presents:

Hufewiesen Trachau: Zurück zu unseren Wurzeln, mit ein wenig Moderne – Ideen und Visionen einer Nachbarin

von Katrin Schneider

>>> Gesamte Präsentation ANSCHAUEN <<<

Ideen von Katrin Schneider zum künftigen Bürgergrün auf den Hufewiesen

>>> Gesamte Präsentation ANSCHAUEN <<<

Aktualisierung vom 19. Februar 2018:
Mehr zu diesem Vorschlag und dazu, wie ein Bürgergrün auf den Hufewiesen überhaupt Wirklichkeit werden kann, kann man erfahren auf einer Bürgerversammlung, organisiert vom Verein Hufewiesen Trachau, am Samstag, 24. März 2018 im Großen Saal im Goldenen Lamm, Leipziger Straße 220 (mit Kinderbetreuung). Zwischen 15 und 18 Uhr sind geplant:

  1. Vortrag mit Diskussion von Eva Jähnigen, Beigeordnete der Landeshauptstadt Dresden für Umwelt und Kommunalwirtschaft: Planungsziele der Stadt für die Hufewiesen und Grundsätzliches zu einer möglichen Nutzungsvereinbarung
  2. Offene Runde mit Vorschlägen aus der Nachbarschaft zur Gestaltung eines künftigen Bürgergrüns
  3. Vortrag mit Diskussion von Hermann Sträb, GRAS – Gruppe Architektur und Stadtplanung (Dresden), Experte für Bürgerbeteiligung in der Stadtentwicklung: Wie gelingt eine nachhaltige Beteiligung der Bürger bei der Gestaltung der Hufewiesen als Bürgergrün?

9. November – Gedenken

Der 9. November ist der Tag, an dem die Stolpersteine in Dresden und anderswo aus dem Alltag herausgehoben und mit besonderem Leben erfüllt werden. Durch eine kurze und zurückhaltende Zeremonie.

Stolpersteine? Das sind die kleinen Messingplatten im Fußweg, die ein Künstler seit 1992 in ganz Europa verlegt. Sie erinnern an die Menschen, die zwischen 1933 und 1945 umkamen, weil andere Menschen sie ideologisch ins Visier nahmen und zu Feinden erklärten. (Vgl. wikipedia)

Stolpersteine putzen. Blumen niederlegen, Kerzen anzünden. Die Biographien derer vorlesen, die verfolgt und getötet wurden.

„Es waren unsere Nachbarn…“

Ungefährer Zeitplan für Stolpersteine in der Nachbarschaft der Hufewiesen
am Donnerstag, 9.11.2017:

17:30 Uhr – Trachenberger Platz (Trachenberger Str. 23),
Stolpersteine für Rosa und Walter Steinhart

17:45 Uhr – Hans-Sachs-Straße 27,
Stolperstein für Heinz-Martin Wendisch

17:55 Uhr – Rückertstraße 12,
Stolperstein für Erich-Kurt Mosberg

18:05 Uhr – Volkersdorfer Straße 3,
Stolperstein für Albert Hensel

Still werden, innehalten, eine kleine Pause zum Nachfühlen und Nachdenken.
Gemeinsam.

Ort des Mutes

Ungewöhnliche Anfrage aus der Laurentiusgemeinde. Danilo Lämmel, der Gemeindepädagoge, steckt in den Vorbereitungen für die Kinderbibelwoche in den Herbstferien. „Hier stehe ich – ich kann nicht anders!“ Das geflügelte Wort, das Martin Luther zugeschrieben wird, regt seine Phantasie an. Die Hufewiesen fallen ihm ein. Die gäbe es doch längst nicht mehr, wenn nicht ein paar Menschen gesagt hätten:
„Hier stehen wir – wir wollen das anders!“
Schnell ist vereinbart, daß die Kinder, die an der Bibelwoche teilnehmen, auch die Hufewiesen besuchen. Am Freitag, 6. Oktober, war es soweit.

In der Bahnunterführung an der Gaußstraße warteten Gabriele Windisch und Anja Osiander vom Hufewiesen-Verein auf die bunte Schar. Erst einmal wurde die Akustik erprobt. Alle kreischen aus vollem Hals. Dafür eignet sich der massive Beton wirklich gut!
Dann erzählen die beiden. Von dem Herzklopfen in der Bürgerversammlung im Juli 2011, als die Verwaltung die Baupläne vorstellte und es so aussah, als sei alles schon beschlossene Sache. Wie dann immer mehr Menschen sich zu Wort meldeten und dagegen argumentierten, so daß schließlich eifrig Adressen ausgetauscht wurden und diese Menschen sich zusammenschlossen.
Aber wie überzeugt man die mächtigen Menschen, die die Hufewiesen zubauen wollten, vor allem den Baubürgermeister und die Verantwortlichen des Immobilienunternehmens? „Das schafft Ihr nie! Die machen doch, was sie wollen…“, so äußerten sich viele. Macht ist aber relativ – und oft nur ein Schein. Worte und Argumente dagegen können mehr bewirken, als man oft denkt. Das erlebten wir in den folgenden Jahren immer wieder, so daß die Hufewiesen heute immer noch grün leuchten und nicht unter Asphalt und Beton begraben liegen.
Wichtig für das Durchhalten ist dabei auch die Phantasie. Mit dem Trachenfest haben wir die Hufewiesen inzwischen schon fünfmal jeweils im Mai mit unserer geballten Freude erfüllt und dem Ort eine Geschichte gegeben, die bei allen, die jemals dabei waren, lange in den Herzen nachhallt.
Das alles kam zur Sprache unter der Bahnunterführung, und dann machten die Kinder sich auf den Weg über die Hufewiesen. Sie gingen als Seilschaft, und die Herausforderung bestand darin, das Seil immer straff zu halten. Gemeinsam erzeugen wir eine Spannkraft, die über die Kräfte der Einzelnen weit hinausgeht! So bekommt Mut Flügel…
Zum Abschluß erreichten wir Hensels Garten, umgarnten mit dem Seil den Staketenzaun, und alle Kinder nahmen Bilderkarten mit von den Hufewiesen. Jede Karten zeigte auf der Vorderseite blühende Blumen und trug auf der Rückseite einen Buchstaben und eine Zahl. Richtig zusammengesetzt, ergab sich ein Spruch fürs Poesiealbum, der noch einmal von Mut und Tatkraft handelte.

Was Martin Luther dazu gesagt hätte, wissen wir nicht. Auch nicht, wie viel von unserer frohen Botschaft bei den Kindern ankam. Nicht vergessen werden wir auf jeden Fall die Energie des gemeinsamen Kreischens unter der Bahnunterführung und die Gaudi, gemeinsam an einem Strang zu ziehen.
Vielen Dank an die Laurentiusgemeinde, vor allem an Danilo Lämmel und seine Helfer*innen, für diese schöne gemeinsame Aktion!

Von der Kraft des Innehaltens – 9. November 2014

Der Verein Hufewiesen Trachau hat sich in diesem Jahr erstmals an dem Jahrestag des 9. November 1938 zum Gedenken an die Opfer der Verfolgungen während des „Dritten Reiches“ beteiligt. Wir besuchten die Stolpersteine für die Familie Steinhart am Trachenberger Platz und für Hans Martin Wendisch in der Hans-Sachs-Straße. Unsere Beweggründe dafür sind in unserer Einladung an die Mitglieder des Ortsbeirates Pieschen zu dem Gedenken erläutert. Wir danken den Menschen im Verein Stolpersteine für Dresden für die Anregung und für die Organisation!

Ein Abend im November. Dunkel und kalt. Kaum jemand auf der Straße.

Doch. Da vor dem Haus. Ein kleines Windlicht auf dem Trottoir. Ein Kreis von Menschen. Beim Näherkommen wird deutlich: Da liegen auch Blumen. Neben einer kleinen Messingplatte, die ins Pflaster eingelassen ist. Darauf eingeritzt Namen, Orte, Datumsangaben. „Ermordet“. „Verschollen in Riga.“

Windlicht. Blumen. Fotografien als Brücken in die Zeit damals. Stolperstein für Hans Martin Wendisch in der als Ginko-Allee gestalteten Hans-Sachs-Straße.

Windlicht. Blumen. Fotografien als Brücken in die Zeit damals. Stolperstein für Hans Martin Wendisch in der als Ginko-Allee gestalteten Hans-Sachs-Straße.

Es war nur eine kurze Zeremonie. Ich war vor allem aus Pflichtgefühl hingegangen. Witzelte mit, als es darum ging, mit welchem Hausmittel sich die Stolpersteine am besten polieren ließen.

Und dann, nachdem die Lebensläufe noch einmal verlesen worden waren, als wir einfach dastanden, still, da geschah etwas. Wie ja so oft das eigentlich Wichtige in den kleinen Pausen des Lebens geschieht.

Der Alltag im November 1938 war gar nicht so verschieden von dem Alltag im November 2014. Ab 1942 dann allerdings schon. Die Zeitungen voll von Todesanzeigen für Gefallene. Lebensmittel rationiert. Alle mobilisiert. Fliegeralarm. Wer hat da noch Gedanken übrig für die Nachbarn, die das Geschäft verkaufen mußten und die Arbeit verloren haben, die jetzt auch aus der eigenen Wohnung raus sollen und ins „Judenhaus“ umziehen? Später wird von einem Transport in Güterwaggons gemunkelt. Mehr weiß man nicht. Die eigenen Sorgen drängen.

Dabei braucht es nur ein paar Minuten der Stille. Da die Alltagssorgen einmal beiseite bleiben, erholt sich das Herz, faltet sich auf. Kann empfindsam werden für den Menschen nebenan. Die Gewichte in der Wahrnehmung verschieben sich.

Es entsteht Raum für eine Einsicht:

Nicht im Durchkommen liegt das Heil.
Kein Weg führt zu einer Welt ohne Schrecken.
Es bleibt nur eins zu tun: den Schrecken aufheben. Von Mensch zu Mensch. Jetzt.

So einfach. Und nur so: von Mensch zu Mensch, jetzt.

Windlicht in einer Novembernacht.
Innehalten.
Kraft.