Auftritt Thomsen, Teil 1: Die Umfrage

Am Dienstag, 17. Juni 2014, war es soweit. Die Unternehmensberatung Thomsen aus Hamburg stellte in Dresden ihre Erkenntnisse und Vorschläge zu den Hufewiesen vor.

Im Frühjahr 2013 hatte der Haupteigentümer der Hufewiesen, der ADLER Real Estate AG in Hamburg, die Thomsen Group damit beauftragt, ein neues Konzept für die Hufewiesen zu entwickeln. Nun stellten sie sich gleich mehrmals den Fragen und Anmerkungen: morgens im Stadtplanungsamt, mittags vor der örtlichen Presse und abends in einem „Hintergrundgespräch“ mit lokalen Politikern.
.

Kernaussage der Thomsen-Umfrage zu den Hufewiesen 2014.

Kernaussage der Thomsen-Umfrage zu den Hufewiesen 2014.

.
Der Ansatz von Thomsen

Thomsen arbeitet mit den Mitteln der Marktforschung, allerdings in einer speziellen Variante. Ihr Anspruch ist es, herauszufinden, was die Menschen in 50 bis 70 Jahren wollen werden.

So sind sie bei den Hufewiesen vorgegangen:

  • Mitarbeiter von Thomsen haben an fast allen Veranstaltungen unserer Bürgerbefragung im Herbst 2013 teilgenommen.
  • Mitarbeiter von Thomsen haben rund 50 Menschen in Pieschen mit einem ausführlichen Fragebogen zur Wohnsituation im Stadtteil interviewt. Die Antworten wurden auch in Bild und Ton aufgezeichnet und ausgewertet; das nennt Thomsen „LiveResearch“. Ziel ist es, konkrete und verläßliche Aussagen über die Wünsche der Menschen herauszufiltern.
  • Die Ergebnisse des „LiveResearch“ wurden dann noch einmal in einer repräsentativen Telefon-Umfrage unter 2.000 Dresdnern überprüft.
  • Auch mit Vertretern unseres Vereins führten die Mitarbeiter von Thomsen mehrere Gespräche. Sie luden uns auch zu der Präsentation ins Stadtplanungsamt ein und stellten uns die Unterlagen für die Presse zur Verfügung. Das war fair, vielen Dank!

Allen Bemühungen zum Trotz stellte sich nach der Präsentation allerdings Enttäuschung ein (und zwar auf beiden Seiten). Wie kam das?

Die Ergebnisse der Umfragen von Thomsen lassen sich in zwei Kernaussagen zusammenfassen:

  1. „Zwei Drittel der Dresdner wünschen sich eine Bebauung auf den Hufewiesen“.
  2. „Und zwar als günstigen Wohnraum, mit viel öffentlichem Grün und wenig Gewerbe.“

Zum Nachlesen: Die Darstellung der Umfrageergebnisse durch Thomsen (pdf)

Richtig zufrieden stellen konnte uns das nicht. Denn:

  1. Was die Zustimmung zu einer Bebauung auf den Hufewiesen angeht, so bleiben Unstimmigkeiten. Was wurde denn genau gefragt?? Was wußten die Befragten denn von den Hufewiesen?? Wenn man diese Informationen ergänzt, wirkt das Ergebnis längst nicht mehr so überzeugend.
    • Zwei Drittel der befragten Dresdner kannten die Hufewiesen gar nicht. Ihnen wurde lediglich gesagt, es handele sich um eine ehemalige landwirtschaftliche Fläche in Pieschen.
    • Die Frage nach der Bebauung wurde mit Versprechungen verknüpft. Wie erwähnt: Günstiger Wohnraum soll entstehen. Mit viel öffentlichem Grün. Mit nur wenig Gewerbe. Wer würde da NEIN sagen? Und doch hat es immerhin jeder Dritte getan!
  2. Was die Wünsche zu der Bebauung angeht: Wer würde sich das nicht wünschen!


Zum Weiterlesen: Unsere Kritik im Detail (pdf)

Zum Vergleich:
Unsere Umfrage: Fragebogen, Erläuterungen, Ergebnisse
Bilder und O-Töne von unserer Bürgerbefragung

>> Siehe auch:
Teil 2: Die Empfehlungen
Teil 3: Das Medienecho
Die Hufewiesen als Bürgergrün: Entwurf zur Diskussion