Stell‘ Dir vor, es ist Sommer, und die Leute schreiben trotzdem ihre Meinung zu den neuen Plänen für die Hufewiesen!
Bei „35“ stand am letzten Tag der Offenlage der Zähler im Beteiligungsportal des Freistaats, wo man in einem Formular eine Stellungnahme abgeben konnte. Im Verein wissen wir außerdem von mindestens fünf Stellungnahmen, die per email an die Stadtverwaltung geschickt wurden.
Wer meinte, in den Sommerferien würde es ruhig zugehen, der irrte.
Die schiere Anzahl der Stellungnahmen zeugt von einem hohen Interesse in der Nachbarschaft und in der Stadtgesellschaft am Schicksal der grünen Oase am historischen Dorfanger von Alttrachau. Soweit sie uns inhaltlich bekannt sind, zeugen die Stellungnahmen auch davon, dass die Menschen wirklich nachgedacht haben darüber, was gut wäre für die Stadt und für die Hufewiesen.
Im Verein verstehen wir das als Auftrag, auch weiter das Gespräch mit dem Eigentümer, mit den Planern und mit der Stadtverwaltung zu suchen, um die Hufewiesen behutsam, klug und nachhaltig zu entwickeln und die Menschen in die Entscheidungen, die dabei getroffen werden, auch weiterhin einzubinden.
Wir dokumentieren hier die Stellungnahmen von zwei Umweltverbänden:
- der Lokalen Agenda 21 für Dresden
- der Dresdner Regionalgruppe im Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND).


Und was sagt der Verein? -> Ausführlich hier…
Und hier lassen wir Menschen zu Wort kommen, die an den Hufewiesen leben und die dem Verein eine Kopie ihrer Stellungnahme zur Verfügung gestellt haben:
hiermit nehme ich als Anwohnerin entschieden gegen die geplante Bebauung Stellung.
Die neuen Pläne sind zwar besser als die voran gegangenen, jedoch finde ich solche Bebauungen auf einem ökologisch und klimatisch so wertvollem Gelände wie der Hufewiese nicht zeitgemäß.
Es ist an der Zeit diese und auch jede andere Grünfläche der Stadt zu schützen. Wir benötigen alle dringend den Sauerstoff des noch vorhandenen Grüns.
(...)
Das Erlebnis von Natur mit Wald, Wiesen und Kletterbäumen für Familien, Kinder und Jugendlichen in der Stadt unterscheidet diese Fläche von anderen innerstädtischen Flächen.
Im Jahr 2026 sollte städtische Planung dem Gemeinwohl dienen, nicht Profitinteressen. Während in weiten Teilen Europas Wälder brennen, plant die Verwaltung die Bebauung einer der letzten zusammenhängenden Grünflächen mitten in der Stadt. Das widerspricht den eigenen klimapolitischen Zielen der Stadt.
Ich erkenne ausdrücklich an, dass Dresden zusätzlichen Wohnraum benötigt. Gleichzeitig sollte die Schaffung von Wohnraum mit einer nachhaltigen Stadtentwicklung, einer leistungsfähigen Infrastruktur sowie dem Schutz wertvoller Freiflächen in Einklang stehen.
Vor einer Inanspruchnahme weiterer Freiflächen sollte nachvollziehbar dargelegt werden, ob geeignete Brachflächen, Konversionsflächen oder Nachverdichtungspotenziale im Stadtgebiet bereits ausgeschöpft wurden oder aus welchen Gründen diese nicht in Betracht kommen.
Abschließend bitte ich darum, die noch ausstehenden Gutachten zu Verkehr, Klima, Umwelt und Artenschutz vollständig in die weitere Planung einzubeziehen und deren Ergebnisse transparent zu veröffentlichen. Erst auf dieser Grundlage sollte über das endgültige Ausmaß der Bebauung entschieden werden.
Abschließend fordere ich, die Planung in ihrer derzeitigen Ausrichtung grundsätzlich zu überdenken und den Erhalt der Hufewiesen als zusammenhängende Grün- und Waldfläche vorrangig zu prüfen. Die Belange der Anwohnerinnen und Anwohner, der ökologische Wert der Fläche sowie ihre Bedeutung für Erholung, Hitzeschutz und Stadtklima müssen deutlich stärker gewichtet werden als eine weitere bauliche Verdichtung. Ziel muss eine Entwicklung sein, die den über lange Zeiträume entstandenen hohen ökologischen, Sozialen und klimaregulierenden Wert der Hufewiesen erhält.