Der lange Weg zum B-Plan: Rückblick auf die Beteiligung 2019

B-Plan. Was für ein schlichtes, geradezu häßliches Wort. Aber darin steckt unendlich viel, nämlich das Regelwerk dafür, wie unsere Lebenswelt in der Stadt aussehen soll. Für die Hufewiesen dauert das Ringen darum schon dreißig Jahre. Im Folgenden findet Ihr einige Reflektionen dazu und Schlaglichter auf die jüngste Etappe in diesem Ringen.

Vision einer Bebauung auf den Hufewiesen, die sich an die Natur anpaßt. Zeichnung von Mario Thiel — 2019– (mit freundlicher Genehmigung des Urhebers).

1990, mitten in den dramatische Tagen der Auflösung der DDR, erklärte die Stadtverordnetenversammlung die ehemaligen Hufen der Bauern von Alttrachau zu Bauerwartungsland. Inzwischen erleben wir den dritten Anlauf, um die Erwartung in eine gültige Satzung umzusetzen. Das Planverfahren für den aktuellen B-3028 folgt auf das für einen B-380 und das für einen  B-10 (Ausführliches zu den früheren Planungen). Deutlich zu erkennen ist im Vergleich der drei Anläufe, wie sich die Leitvorstellungen von der erstrebenswerten Gestalt für eine Stadt gewandelt haben.

In den 1990er Jahren stand das Schaffen von Wohnraum im Mittelpunkt – praktisch um jeden Preis. Nach dem Eigentümerwechsel 2007 ging es im zweiten Anlauf eher um einen Wettlauf zwischen Schutzinteressen der Stadtplanung und Verwertungsinteressen des Haupteigentümers. Wiederum zehn Jahre später, im aktuellen dritten Anlauf, dringt bei vielen Beteiligten immer stärker die Erkenntnis durch, daß wir Natur und gebaute Umwelt sehr sorgfältig ausbalancieren müssen, wenn unsere Stadt auch für kommende Generationen noch lebenswert sein soll.

Um eine solche Balance zwischen Bauen und natürlicher Umwelt zu erreichen, versuchen die Planer immer stärker, offene Fragen auch tatsächlich offen auszuhandeln und zu erörtern. Dabei werden Verantwortliche aus den Behörden und Eigentümer ebenso einbezogen wie Anwohner und Anwohnerinnen, mögliche Nutzer und Nutzerinnen und eben auch Fürsprecher für die Natur. Das Umdenken kommt auch in der Öffentlichkeitsarbeit der Stadtverwaltung zum Ausdruck. Seit wenigen Wochen gibt es für die Idee, daß zumindest ein Teil der Hufewiesen als öffentliches Grün bewahrt werden soll,  eine eigene Plattform im Netzauftritt der Landeshauptstadt Dresden:

www.dresden.de/hufewiesen

Der Planungsprozeß selbst wird dadurch komplexer, aber eben auch reichhaltiger. Das läßt sich ablesen an den Stellungnahmen zum ersten Vorschlag für eine Bebauung im Rahmen des Verfahrens zum B-3028, die im Herbst 2019 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Einige Menschen, die ihr Recht zur Stellungnahme wahrnahmen, haben unserem Verein eine Kopie ihrer Aussagen zur Verfügung gestellt. Gerne geben wir hier eine kleine Auswahl zum Besten. So können diese Gedanken neue Gedanken anregen und hoffentlich zu einer guten Lösung beitragen…

Die Hufewiesen als Oase
Aus unmittelbarer Anschauung seit Ende 2013 möchte ich hiermit besonders die beeindruckende Artenvielfalt von Singvögeln und Greifvögeln sowie auch Insekten hervorheben, die durch die geplanten Baumaßnahmen nachhaltig in ihrer Existenz bedroht sind. Hinzu kommt, dass das Vorhandensein eines größeren Waldstücks erhebliche Auswirkungen auf den Lärmschutz (als Schallschutz gegen den Bahngüterverkehr v. a. im Sommer) sowie auf das städtische Mikroklima hat („park breeze“) hat. Wie der Themenstadtplan Dresdens belegt, sind die Hufewiesen eine Art Klimakammer von Pieschen, da nachweislich der kälteste Punkt auf der östlichen Elbseite.

Verkehr intelligenter planen
Hinsichtlich der Verkehrsanbindung verschenkt die bisherige Planung die besonderen Potenziale, über die eine Wohnanlage an den Hufewiesen verfügen könnte. Dieses Areal ist bereits jetzt hervorragend für den Verkehr zu Fuß oder mit dem Fahrrad und eine exzellente ÖPNV-Anbindung (Bus, Tram, S-Bahn) erreichbar. Die Zurückdrängung des Automobils in diesem Bereich erhöht ja gerade die Lebensqualität für die Anwohner.

Kindgerechte Straßenräume
Gegen eine zweite Nord-Süd-Erschließungsstraße spricht die vom Verkehr ausgehende Gefahr für Kinder. Viel besser könnten Kinder auf einem Quartiersweg (nur für Rad und Fußverkehr) ungestört unterwegs sein und spielen. Der Bebauungsplan erhebt den Anspruch, bei der Wohnbebauung eine diverse Bewohnerstruktur zu berücksichtigen. Eine Verkehrsvermeidung würde dieses Ziel maßgeblich unterstützen.

Weniger ist mehr
Ich plädiere für den Bau von weniger Wohnungen und einer lockeren Bebauung als im Vorentwurf vorgesehen. Das hat auch Vorteile für den Investor: höherwertiges Umfeld mit einer parkähnliche Grünfläche bedeutet höhere Mieten oder Kaufpreise;  höhere Attraktivität des Objektes.

zu hoher Anteil an Verkehrsflächen
Die städtebauliche Grundstruktur des geplanten bebauten Areals und dessen verkehrliche Erschließung sind nicht zufriedenstellend. Die derzeitige Planung ist extrem flächenintensiv, da die Verkehrsflächen (14.200 m2) die durch Gebäude überbaute Fläche (13.582 m2) sogar übersteigen.

Wenig einladende Durchfahrten
Die in der Bürgerversammlung durch den Architekten benannten Hofdurchfahrten laden aus meiner Sicht nicht ein und machen das Gelände entgegen seinen Aussagen nicht „durchlässig“. Als Besucher geht man eigentlich nicht in Hofdurchfahrten bzw. die Innenhöfe. Die Durchfahrten sind in der Regel Ablageplätze für Müll und riechen oft nach Urin. Eine Variante mit einzelnen Häusern bietet bessere Optionen.

dichte, aber aufgelockerte Bebauung
Die derzeitige Planung sieht die Schaffung von teilweise über 100 Meter langen durchgängigen Häuserzeilen vor. Auch wenn eine hohe bauliche Dichte wohl unvermeidbar ist, sollte auch die Gestaltung der Umgebungsbebauung stärker Rücksicht genommen werden. Die in Nord-Süd-Richtung verlaufenden Häuserzeilen sollten mindestens alle 50 Meter unterbrochen werden. Dies würde auch die stadtklimatische Abschirmung der erhaltenen Hufewiesen zur Bestandbebauung reduzieren. Auch die Fernwirkung einer vergleichsweise hohen Bebauung wäre besser, wenn diese nicht als geschlossener Riegel wirkt.

Weniger Verkehr auf der Gaußstraße!
Die Gaußstraße sollte insgesamt verkehrsberuhigt sein, so wie es vor einiger Zeit war. Der Verkehr dort verursacht vor allem zu Berufsverkehrszeiten durch die enge der Straßen für Ärger. Die kleine Kreuzung Gaußstraße und Allttrachau ist schwer einzusehen insbesondere für die Schulkinder ist die Enge der Straßen ein Problem, wenn dort Autos teils recht zügig unterwegs sind. Das muss nicht sein. Die Autos können auch den Weg darum herum nehmen. Der Zeitaufwand von ca. 4 Minuten ist zu verkraften.

Danke, lieber Mirabellenbaum!
Fast jeden Morgen fahre ich mit meinem Sohn auf dem Rad quer über die Hufewiesen. Jetzt halten wir an den Hagebuttensträuern und stärken uns mit frischen Hagebutten, die wir pflücken und gleich verputzen. Vorbei am Walnussbaum, durch die zwei großen Eichen über die kleinen heimeligen Wege Richtung wunderschönem Mirabellenbaum! GUTEN MORGEN LIEBER MIRABELLENBAUM, ruft mein Sohn ganz laut. (…)
Uns sind keine gut geplanten Spielplätzen wichtig. Wir wünschen uns sinnliche Erlebnisse mit unseren Kindern, Bäume auf die sie klettern können , Brenesselstiche, die sie fühlen dürfen, Äpfel, die sie mit großer Anstrengung pflücken und danach genüsslich essen dürfen. Ja, auch dass sie beobachten dürfen, wie dieser Apfel von einem kleinen Wurm gemocht wird….

Zum Schluß noch eine Lektüreempfehlung:
Wesentliche Aussagen aus den beiden Bürgerversammlungen zum B-Plan für die Hufewiesen vom Herbst 2019 hat die Stadtverwaltung in einer Präsentation und einer Dokumentation zusammengefaßt. Hier gibt’s sie zum Herunterladen – ein intellektuelles Verdauen in Ruhe lohnt sich!

Was ist wichtig am Vor-Entwurf B-3028?

Wie liest man einen Plan? Wie deutet man die schriftlichen Erläuterungen dazu?
Wir fassen hier zusammen, was aus unserer Sicht wichtig ist an dem neuen Vorschlag zur Zukunft der Hufewiesen.  Oder, wie es im Fachjargon heißt: zum Vor-Entwurf B-3028.

>> Für die ganz Eiligen: Hier geht’s zur BeteiligungsApp: www.hufewiesen.de/b3028 <<

Vorab die wichtigsten Aussagen in Kürze:

  1.   Allgemeines zum Stellenwert des Vorentwurfs
    Der Vorentwurf ist ein Vorschlag. Er kann und soll noch verändert werden. Der Haupteigentümer ADLER  Real Estate hat ein berechtigtes Interesse daran, seine Grundstücke zu entwickeln. Wir wünschen uns aber, daß es wirklich eine gerechte Abwägung zwischen allen Interessen und gegenüber dem Gemeinwohl gibt, so wie das Planungsrecht es vorschreibt.
  2.   Die Stärken des Vorentwurfs
    Der gesamte Osten der Hufewiesen bleibt von Bebauung frei! Dieser östliche Teil der Hufewiesen soll öffentliches Grün werden. In die Gestaltung  des künftigen öffentlichen Grüns wird die Bürgerschaft jetzt schon aktiv eingebunden. Für all das möchten wir den Beteiligten in der Stadtverwaltung und den Verantwortlichen des Haupteigentümers ausdrücklich danken!
  3.   Zur Gestaltung des künftigen Grüns
    Bei aller Freude über die Aussicht auf den Erhalt der Hufewiesen befürchten wir zugleich eine Übernutzung des künftigen Grüns. Das zu vermeiden, sollte in der Planung ein wichtiges Ziel sein.
    Wir wollen keine Parkplätze für Autotourismus zu den Hufewiesen. Die Gaußstraße soll verkehrsberuhigt werden.
  4.   Zur Gestaltung der künftigen Bebauung
    Wir wünschen uns, daß die künftige Bebauung sich möglichst behutsam in die vorhandene Bebauung und in die Hufewiesen einfügt. Wenn man sich an der Dichte der schon vorhandenen Bebauung orientiert, wären nach unserer Kenntnis etwa 250 Wohnungen mit durchschnittlich 80 qm Nutzfläche möglich. Die geplante Bebauung geht darüber allerdings offensichtlich deutlich hinaus. Die Flächenbilanz zeigt zudem, daß die Planungen auch über das hinausgehen, was der Regionalplan an dieser Stelle zuläßt. Wir plädieren deshalb dafür, die Bebauung zu reduzieren.
  5.   Weitere einzelne Aspekte
    Wir wünschen uns, daß ein besonders schöner alter Walnußbaum in der Verlängerung der Veteranenstraße erhalten bleibt. Der Vorentwurf sieht vor, das gesamte Baugebiet aufzuschütten zum Zwecke des Hochwasserschutzes. Das sehen wir kritisch. Wir schlagen auch eine andere Straßenführung vor.

Alle Planunterlagen

Vorschau:

Zum Herunterladen (pdf):      Gestaltungsplan              Architektur                  Erläuterungen

(1/5)    Allgemeines zum Stellenwert des Vorentwurfs

Der Vorentwurf ist ein Vorschlag. Er ist in enger Abstimmung mit dem Haupteigentümer der Hufewiesen entwickelt worden, der Immobiliengesellschaft ADLER Real Estate AG aus Berlin. Das deutsche Planungsrecht schreibt vor, daß dieser Vorschlag veröffentlicht werden muß, damit nicht nur die Interessen des Eigentümers Gehör finden, sondern auch andere Interessen. Das Verfahren dafür heißt in der Fachsprache „frühzeitige Beteiligung“. In dieser Phase können sich Bürger und Bürgerinnen, Unternehmen, Organisationen und Behörden äußern. Die Verwaltung ist verpflichtet, alle Argumente zu prüfen und alle Interessen untereinander und gegen das Gemeinwohl abzuwägen (§ 1 Baugesetzbuch). Der Stadtrat ist in dieser Phase noch nicht beteiligt. Er wird erst einbezogen, wenn die Verwaltung einen Vorschlag für die Abwägung ausgearbeitet hat.

Wir möchten klar und deutlich sagen: Der Eigentümer ADLER hat ein berechtigtes Interesse daran, seine Grundstücke zu entwickeln. Dieses wirtschaftliche Eigeninteresse ist legitim.  Als Verein wünschen wir uns *nicht*, daß die  Interessen unserer Mitglieder oder von Anwohnern und Anwohnerinnen Vorrang vor den Interessen von Eigentümern haben. Aber: Wir wünschen uns, daß es wirklich eine gerechte Abwägung zwischen all diesen Belangen gibt, so wie das Planungsrecht es vorschreibt. Und wir wünschen uns, daß diese Abwägung  transparent und nachvollziehbar stattfindet.

(2/5)   Die Stärken des Vorentwurfs

  • Der gesamte Osten der Hufewiesen bleibt von Bebauung frei! Damit bleibt (neben den Elbwiesen) die wichtigste Grünfläche im Stadtbezirk Pieschen auf Dauer erhalten – eine grüne Oase, die auch über den Stadtteil hinaus einen wesentlichen Trittstein im ökologischen Netz der Stadt bildet. Die Bewahrung ist auch wichtig für das Stadtklima. Die Wäldchen auf den Hufewiesen sind das einzige Gebiet im Nordwesten Dresdens, in dem auch in der Hitze des Sommers nachts ausgleichende kalte Luft entstehen kann. Bewahrt bleiben schließlich vielfältige Sichtbeziehungen zwischen den Wiesen und dem historischen Dorfkern von Alttrachau.
  • Dieser östliche Teil der Hufewiesen soll öffentliches Grün werden.
    Das freut uns sehr!
  • In die Gestaltung  des künftigen öffentlichen Grüns wird die Bürgerschaft jetzt schon aktiv eingebunden. Dazu hat die Stadtverwaltung ein zusätzliches Beteiligungsverfahren eröffnet. Sie ggeht damit über das hinaus, was das Planungsrecht vorschreibt. Fachleute aus dem Umweltamt, dem Amt für Stadtgrün und dem Stadtplanungsamt bringen sich dabei mit Herzblut und Verstand über ihre Dienstpflichten hinaus ein. Die Stadt setzt auch Geld ein, um das Verfahren professionell zu moderieren, damit wirklich alle Stimmen und Bedarfslagen erfaßt werden und nicht nur die, die am lautesten rufen.

Diese Stärken sind nicht selbstverständlich. Wir möchten uns ausdrücklich bedanken bei den Beteiligten in der Stadtverwaltung für ihr Engagement und bei den Verantwortlichen des Haupteigentümers ADLER Real Estate AG für ihre Offenheit und Gesprächsbereitschaft!

 

(3/5)     Zur Gestaltung des künftigen Grüns

Der folgende Ausschnitt aus dem Gestaltungsplan zeigt das geplante künftige öffentliche Grün:

Die Fläche wirkt groß. Aber auch die Begehrlichkeiten sind groß. Es zeichnet sich jetzt schon ab, daß viel mehr Ansprüche an diesen Freiraum gestellt werden, als erfüllt werden können.
Einen Konflikt sehen wir vor allem zwischen der Nutzung der Hufewiesen für Erholung, Spiel und Sport  einerseits und dem Wert der Hufewiesen als vielfältiges Biotop für die Artenvielfalt und für dasStadtklima andererseits.
Deshalb befürchten wir, daß die verbleibenden Hufewiesen durch Übernutzung stark an Wert verlieren werden. Was wir nicht wollen, ist, daß die Hufewiesen gerade durch ihre Rettung  zu einer Trampelwiese mit viel wildem Müll und Kothaufen verkommen!

Konkret:

  • Wir bitten darum, mögliche Konflikte zwischen Nutzungen  schon in der Planung konkret zu benennen und aktiv nach Lösungen zu suchen, um negative Folgen für die Hufewiesen und ihre Nutzer und Nutzerinnen zu vermeiden.
  • Im Vorentwurf sind öffentliche Parkplätze für Besucher der Hufewiesen eingezeichnet, und zwar sechzehn an der Gaußstaße und acht an der Pettenkoferstraße. Jeder Parkplatz versiegelt zehn bis 20 Quadratmeter Boden. Wir wünschen uns, daß diese Flächen als Grün erhalten bleiben. Wir wollen keinen innerstädtischen Autotourismus. Das Gelände ist ideal erreichbar mit Bus, Straßenbahn, S-Bahn sowie mit dem Fahrrad.
  • Die Gaußstraße war früher eine Anliegerstraße, ist aber inzwischen als normale Straße eingestuft. Dabei spricht vieles gegen diese Einstufung: Die Straße ist nicht richtig ausgebaut. Sie dient vielen Kindern als Schulweg zur Grundschule in der Böttcherstraße und zur Oberschule in der Aachener Straße. Die  Kreuzung in Alttrachau ist so eng, daß zwei PKW nicht aneinander vorbeikommen. Die Bahnunterführung ist ebenfalls nicht für normalen Verkehr ausgebaut. Deshalb wünschen wir uns: Die Gaußstraße soll  soweit wie möglich verkehrsberuhigt werden – den Schulkindern und allen Besuchern der Hufewiesen zuliebe!

(4/5)       Zur Gestaltung der künftigen Bebauung

Daß gerade der Westen der Hufewiesen überbaut werden soll, schmerzt uns sehr. Denn damit verschwinden gerade diejenigen Bereiche der Hufewiesen, welche für den Naturschutz und für die Artenvielfalt den größten Wert besitzen. Das haben die Zuständigen im Umweltamt in der Bürgerversammlung am 22. November 2019 eindrucksvoll anhand von verschiedenen Kartendarstellungen belegt.

Wir akzeptieren diesen Verlust.  Denn er gehört zu dem Kompromiß zwischen  der Bewahrung von Grün und einer Entwicklung durch Bebauung. Wir wünschen uns jedoch, daß bei der Bebauung möglichst behutsam vorgegangen wird.

Das Problem: Nach unserem Eindruck ist die geplante Bebauung nicht behutsam. Stattdessen wird das mögliche Bauvolumen maximiert.

Laut Vorentwurf soll das Baufeld im Westen sehr dicht und hoch bebaut werden:

Veranschaulichung zur geplanten Bebauung laut Vorentwurf B-3028

Vor allem im nördlichen Teil sind fünf Geschosse (bzw. vier plus ein zurückgesetztes Dachgeschoß, also ein sogenanntes Staffelgeschoß) geplant. Die vorhandene Bebauung bewegt sich dagegen zwischen zwei und vier Geschossen.
Auch die Grundfläche der Gebäude, die neu entstehen sollen, ist deutlich größer als die Grundfläche der schon vorhandenen Gebäude. Das wird an zwei besonders stattlichen Gebäuden im Bestand deutlich. Die Grundfläche der Apotheke an der Hildesheimer Straße und von Mäurichs ehemaliger Fabrik  wirkt zierlich im Vergleich zu den Vierecken, die die Grundfläche der künftigen Bebauung darstellen.

Wie dicht ist denn die Bebauung, die da geplant ist?
Und welche Bebauung wäre „behutsam“?

Die Unterlagen zum Vorentwurf geben dazu leider keine Auskunft. Die einzige Angabe findet sich in der Flächenbilanz am Schluß der Erläuterungen. Darin ist davon die Rede, daß gut 27.000 Quadratmeter (2,7 Hektar) oder knapp 11 Prozent des gesamten B-Plan-Gebietes als Baugebiet entwickelt werden sollen.

Flächenbilanz aus den Erläuterungen zum Vorentwurf B-3028, Seite 14.

Um eine sinnvolle Aussage zur baulichen Dichte zu machen, müßte man aber das künftige Quartier nicht zur Gesamtfläche des B-Plan-Gebietes in Beziehung setzen, sondern zu der Fläche der angrenzenden, schon vorhandenen Bebauung.

Im Städtebau gibt es zwei wichtige Kennzahlen, welche die bauliche Dichte eines Quartiers beschreiben, nämlich einerseits die Grundflächenzahl und zum anderen die Geschoßflächenzahl.
Die Grundflächenzahl gibt an, welcher Anteil an Grund und Boden in einem Quartier mit Gebäuden überbaut ist. Nach unserer Kenntnis beträgt die Grundflächenzahl in der Umgebung des neuen Baugebietes 0,3, das heißt: Im Bestand ist 30% der Fläche mit Gebäuden überbaut.

Die Geschoßflächenzahl multipliziert die überbaute Grundfläche mit der Anzahl der Geschosse aller Gebäude und setzt das in Beziehung zu der gesamten Fläche des Quartiers. Nach unserer Kenntnis beträgt die Geschoßflächenzahl im schon bebauten Bereich zwischen Leipziger Straße und Hufewiesen  1,0, das heißt: Wenn man alle Geschossflächen in dem Bestandsquartier zusammenrechnet,  ergeben sie genau so viel Fläche wie die gesamte Fläche an Grund und Boden.

Eine behutsame Bebauung wäre aus unserer Sicht eine Bebauung, die sich an der vorhandenen Bebauung orientiert, also an einer Grundflächenzahl von 0,3 und einer Geschoßflächenzahl von 1,0.
Nach unserer Kenntnis könnten dann im Westen der Hufewiesen immer noch 250 Wohnungen mit durchschnittlich 80 qm Nutzfläche entstehen.

Eine ähnliche Zahl nannte übrigens der Projektverantwortliche der ADLER Real Estate AG in der öffentlichen Erörterung zum Vorentwurf am 15.11.2019. Er sprach davon, daß 200 bis 300 Wohnungen entstehen sollten. Das Problem: Diese mündliche Aussage deckt sich nicht mit dem, was der Vorentwurf zeigt. Nach unserem Eindruck ist dort wesentlich mehr Bauvolumen eingezeichnet. Ob dieser Eindruck stimmt, können wir aber nicht sagen, weil die Unterlagen wie erwähnt dazu keine Aussage machen. Umso wichtiger ist es, diese Frage in der Abwägung zu klären!

Es gibt noch ein weiteres Problem mit der geplanten Bebauung: Sie nimmt mehr Fläche in Anspruch, als es der Regionalplan und der Aufstellungsbeschluß des Stadtrates vorgeben.

Der Regionalplan ist ein übergeordneter Plan, der für die Stadt Dresden und angrenzende Kommunen übergreifende Fragen der räumlichen Entwicklung klärt. Er wird in einem eigenen Zweckverband ausgehandelt und weiterentwickelt. Der Regionalplan regelt unter anderem, wo die Einflugschneise des Flughafens Dresden verläuft und wie in den betroffenen Gebieten mit dem Fluglärm umgegangen werden soll. Der Westen der Hufewiesen liegt in dieser Einflugschneise.

Normalerweise sollen in der Einflugschneise keine neuen Siedlungen angelegt werden, um auszuschließen, daß es zu Konflikten zwischen der Gesundheit der dort lebenden Menschen und der Entwicklung des Flugverkehrs kommt. Der Flughafen Dresden und die Stadt Dresden haben sich aber in Abstimmung mit den zuständigen Stellen des Freistaates auf Ausnahmen von dieser Regel verständigt. Danach dürfen rund um dem Flughafen in sieben Gebieten doch neue Wohngebiete entstehen. In der Fachsprache heißen  solche Gebiete Ausnahmen vom Siedlungsbeschränkungsbereich. Zu diesen Ausnahmen  gehört auch der Westen der Hufewiesen. Konkret ist im Regionalplan festgelegt, daß dort maximal 1,6 Hektar Bauland für eine Wohnbebauung neu erschlossen werden dürfen.

>> Zum Nachlesen: Erläuterungen im Regionalplan zur Ausnahme vom Siedlungsbeschränkungsbereich an den Hufewiesen als pdf

Für Gewerberäume gilt das Bauverbot wegen Fluglärms nicht. Hier hat aber der Stadtrat eine Obergrenze festgelegt. Laut Beschluß zur Aufstellung des Bebauungsplans Nr. 3028  (V1934/17, zugänglich im Ratsinformationssystem) dürfen die Gewerbeflächen maximal 0,8 Hektar in Anspruch nehmen. Insgesamt sollen also nicht mehr als 2,4 Hektar oder 24.000 Quadratmeter auf den Hufewiesen überbaut werden.

Zusammengefaßt ergibt sich folgendes Bild beim Flächenverbrauch:

Beschränkung laut Regionalplan: 16.000 qm für Wohngebiet

Beschränkung laut Aufstellungsbeschluß: 16.000 qm für Wohnen und 8.000 qm für Gewerbe

Baugebiet laut Flächenbilanz im Vorentwurf:   27.323 qm
zuzüglich(?) Verkehrsflächen:                               14.200 qm

Wichtig zu wissen: Es ist umstritten, wie die Verkehrsflächen in die Berechnungen zum Flächenverbrauch einbezogen werden. Aber auch ohne Verkehrsflächen bleibt die Überschreitung ein Problem.

Wir wünschen uns deshalb, daß der Flächenverbrauch in der Überarbeitung des Vorentwurfs noch einmal genau geprüft wird. Wenn die Bebauung reduziert würde, wie oben vorgeschlagen, könnte auch der Flächenverbrauch vermindert werden.

 

(5/5)    Weitere einzelne Aspekte

  • In der Verlängerung der Veteranenstraße steht ein wunderschöner, alter Walnußbaum. Der Vor-Entwurf sieht vor, ihn zu fällen, um an dieser Stelle die Hauptachse für die Erschließung des neuen Wohngebietes anzulegen. Man könnte aber stattdessen auch eine Nord-Süd-Erschließung auf der Linie des vorhandenen Hauptabwasserkanals anlegen. Dann könnte der Baum erhalten bleiben. Es gibt auch andere Lösungen. Auf jeden Fall  bitten wir darum, diesen Baum zu erhalten!
  • Hochwasserschutz durch Aufschüttung: Das Baugebiet liegt in einem Gebiet, das beim Versagen der Hochwasserschutzanlagen möglicherweise überschwemmt werden würde. Um den Hochwasserschutz zu gewährleisten, soll das gesamte Baugebiet im Westen aufgeschüttet werden. Das sehen wir sehr kritisch.
    Wir befürchten negative Folgen durch Überflutung von angrenzenden Grundstücken bei Starkregen. Wir bitten um eine hydrologische Untersuchung dazu. Nicht geklärt ist auch der Übergang zwischen dem aufgeschütteten Gelände und den südlich angrenzenden Grundstücken.
    Außerdem würde massiv in das Bodenleben und in das Landschaftsbild eingegriffen. Die neue Bebauung würde sozusagen über den Hufewiesen thronen. Es drängt sich der Eindruck, die Hufewiesen würden erdrückt !
    Nach unserer Kenntnis wäre keine Aufschüttung nötig, wenn die neuen Straßen und Gebäude anders angeordnet würden. Eine solche Variante sollte vorgezogen werden.
  • andere Straßenführung: Der Vorentwurf sieht vor, die Veteranenstraße deutlich auszubauen und als Hauptachse für die Zufahrt in das neue Quartier zu nutzen. Außerdem sollen von der Hildesheimer Straße her zwei Straßen in Nord-Süd-Richtung das Quartier durchqueren. Die westliche neue Straße verläuft an der Grenze des neuen Baugebietes. Für die Erschließung im Quartier wird sie nicht gebraucht. Sie ist nur sinnvoll, wenn auch in den angrenzenden, schon genutzten Grundstücken neue Gebäude errichtet werden sollen. Diese zusätzliche Verdichtung widerspricht unserer Idee von einer behutsamen baulichen Entwicklung an den Hufewiesen. Deshalb schlagen wir vor, nur eine Straße in Nord-Süd-Richtung zu bauen, und zwar auf dem schon bestehenden Hauptabwasserkanal. Die neuen Gebäude könnten dann zu beiden Seiten angelegt werden, gerne auch in Blöcken mit Innenhöfen. Die neue Straße könnte mit der Jubiläumsstraße verbunden werden und so wieder aus dem Quartier herausführen. Die Veteranenstraße könnte verkehrsberuhigt bleiben, so daß auch der Walnußbaum erhalten bliebe.

 

*****

Nun sind Sie am Zug: Was denken Sie über diesen Vorentwurf?
Beteiligen Sie sich – jetzt oder nie!

So können Sie sich einbringen:

  • Ganz einfach mit unserer Beteiligungs-App: www.hufewiesen.de/b3028
    Argumente anklicken, ggf. eigene Bemerkung dazu – und senden!
  • Oder per email: email hidden; JavaScript is required
  • Oder per Brief an: Stadtplanungsamt Dresden,  Postfach 12 00 20, 01001 Dresden
  • Sie können Ihr Schreiben auch ohne Porto an uns geben, und wir leiten es dann weiter. Einfach einwerfen am Hoftor der Weinhandlung Stollberg, Alttrachau 31.

Wichtig: die eigene Anschrift angeben, damit die Verwaltung antworten kann!
Einsendeschluß ist der 20. Dezember. Deshalb möglichst bis dahin abschicken! Aber auch später eingehende Stellungnahmen können noch berücksichtigt werden.

Die Hufewiesen brauchen Ihre Stimme!

Danke!

Auftakt zur Gestaltung der künftigen Hufewiesen

An einem Freitagabend im späten November 2019 begann etwas Neues für die Hufewiesen. Im Festsaal des „Goldenen Lamms“, dem historischen Gasthaus und früheren Puppenspieltheater, heute Sitz der Freien Evangelischen Gemeinde, versammelten sich am 22.11. etwa sechzig Menschen, um darüber zu sprechen, was aus den Hufewiesen werden kann, wenn der aktuelle Vorschlag für einen Bebauungsplan in die Tat umgesetzt wird.

Der Gestaltungsplan für die künftigen Hufewiesen als Vorentwurf, Stand November 2019. Quelle: Stadtplanungsamt Dresden.

Der Plan mit der Nummer 3028 sieht vor, den größeren östlichen Teil der Hufewiesen von Bebauung freizuhalten und als öffentliches Grün zu widmen. Das umfaßt die Waldstücke und offenen Flächen zwischen dem Ende der Pettenkoferstraße im Südwesten und der kleinen Gaußstraße im Osten; insgesamt etwa sieben Hektar Land.

Wir sprechen hier von Land, das vor mehr als 700 Jahren urbar gemacht wurde; wo man Weinbau trieb, Ackerbau, Gartenbau. Land, das in viel früheren Zeiten einmal das Flußbett für die Elbe gewesen ist. Land, das heute von verwilderten Gärten und kleinen Waldstücken geprägt ist. Land, das seit bald zehn Jahren die Gemüter bewegt. Wieviel soll man bewahren? Wieviel soll man städtisch entwickeln?

Vielleicht ist es die besondere Aura, welche die Verantwortlichen in der Stadtverwaltung veranlaßte,  hier etwas Neues zu wagen. Die Planungen sollen nicht im stillen Kämmerlein von Fachleuten entwickelt werden. Sie sollen im offenen Gedankenaustausch mit den Menschen entstehen, welche die Hufewiesen aus eigener Erfahrung kennen, lieben und nutzen wollen.

So ein Gedankenaustausch funktioniert nicht von selbst. Damit  alle Beteiligten mitgenommen werden und damit aus vielen Gedanken auch konkrete und durchdachte Vorschläge entstehen, braucht es eine kluge Moderation. Dafür hat die Stadtverwaltung das Planungsbüro „StadtLabor“ aus Leipzig engagiert. Deren Geschäftsführer Fritjof Mothes brachte durch geschickte Fragen, durch Freundlichkeit und Anteilnahme tatsächlich einen vielseitigen Perspektivwechsel zustande. Aus drei Ämtern – Stadtplanung, Stadtgrün und Umwelt – waren jeweils mehrere Verantwortliche anwesend und erläuterten ihre fachliche Sicht in kurzen Beiträgen und gut verständlichen Worten. Große Pläne im hinteren Teil des Saales veranschaulichten dichte Informationen. Die Bürgerinnen und Bürger sprachen frei von der Leber weg und aus dem Herzen. Es entstand eine positive Grundstimmung; zu spüren waren das Ringen um gegenseitiges Verstehen und  das gemeinsame Schauen auf die Hufewiesen.

Einen Höhepunkt des Abends bildeten die Ausführungen von Robin Kühn vom Umweltamt zu Lebensräumen und Artenvielfalt auf den Hufewiesen. Ein Artenschutzgutachten soll bis zum Ende des Jahres fertig sein. Sobald genauer feststeht, wie die Bebauung im Westen der Hufewiesen aussehen soll, wird das Umweltamt eine Stellungnahme zu den Umweltbelangen der geplanten Entwicklung abgeben. Darin wird genau erläutert werden, wie die Entwicklung sich im Einzelnen auf Pflanzen, Tiere, Lebensräume, Bodenleben, Wasserhaushalt und städtisches Mikroklima auswirken wird und welche Maßnahmen zum Ausgleich dieser Eingriffe erfolgen sollen.

Aus den Beiträgen aus dem Publikum, aber auch von seiten der Fachleute wurde schnell ein großes Problem deutlich: Die Wünsche, die sich von verschiedenen Seiten auf das künftige öffentliche Grün richten, sind zu groß für diese kleine Oase. Erholen soll man sich können, Sport treiben, spielen, den Hund ausführen. Zugleich sollen Lebensräume und Rückzugsorte für Pflanzen und Tiere erhalten bleiben. Ein Schaugarten, eine Arche Noah, Landbau entlang der Strukturen der ehemaligen Hufen erscheinen erstrebenswert. Ein grünes Stadtteilzentrum mit Platz für Feste und Beisammensein unter freiem Himmel wäre schön. Und die freie Schule, die an der Pettenkoferstraße entstehen soll, braucht noch einen Schulhof. Wie bekommen wir das zusammen? Wie gewichten wir es? Welche Absprachen sind notwendig, damit die gewünschten Nutzungen Wirklichkeit werden?

All diese Fragen stellen sich erst nach und nach. Im Moment geht es vor allem darum, die Vielfalt der Wünsche und des Bedarfs zu erfassen und zu verstehen, welche Eigenschaften die künftigen Hufewiesen haben sollen. Die wesentlichen Aussagen dazu sollen dann in dem Grünordnungsplan festgehalten werden, den die Verwaltung im Zuge des Verfahrens zur Aufstellung eines rechtskräftigen Bebauungsplans für die Hufewiesen formlieren wird und über den dann auch der Stadtrat entscheiden wird.

Die Mitarbeiter des StadtLabors werden alle Beiträge des Abends aufbereiten und für die weiteren Schritte zur Verfügung stellen. Im Januar soll eine Befragung folgen, die sich gezielt an verschiedene mögliche Nutzergruppen für die Hufewiesen richtet. Im späteren Frühjahr soll es außerdem weitere Ideenwerkstätten geben. Unser Verein ist in die weitere Planung eingebunden. Wir werden laufend weiter über diesen Beteiligungsprozeß informieren.

Herzliche Einladung: Alle, die Ideen für die künftigen Hufewiesen haben und an den weiteren Schritten dieser Beteiligung teilnehmen möchten, können sich gerne einfach melden unter email hidden; JavaScript is required.

Wir danken allen Beteiligten aus den verschiedenen Ämtern für ihr Engagement und den Mitarbeitern des Büros StadtLabor für die umsichtige Gestaltung dieses Auftaktes!

 

Rede und Antwort zum Vorentwurf B-3028

Ein Freitagabend Mitte November 2019. Langsam füllt sich der Festsaal im Goldenen Lamm. Gut achtzig Menschen wollen hören, was es mit den Vorschlägen für die künftige Entwicklung auf den Hufewiesen auf sich hat.

Podium, Bürgerbeteiligung, 15. November

Bürgerversammlung zum Vorentwurf B3028. Quelle: Pieschen aktuell, Bericht vom 18.11.2019.

An diesem Abend geht es vor allem um die geplante Bebauung im Westen. Das geplante künftige öffentliche Grün im Osten ist Thema einer weiteren Versammlung eine Woche später.

Vorne sitzen die drei zuständigen Fachleute aus dem Stadtplanungsamt sowie der Stadtplaner Herr Bielenberg. Sein  Büro ist vom Amt beauftragt ist, den Bebauungsplan zu entwickeln (im Bild rechts außen, mit Mikrofon). Diese Entscheidung wurde in enger Abstimmung mit dem Haupteigentümer der Flächen auf den Hufewiesen getroffen, der ADLER Real Estate AG aus Berlin. Deren Projektverantwortlicher Herr Bergander hat ebenfalls vorne im Saal Platz genommen, um für Fragen zur Verfügung zu stehen (im Bild erster von links).

Fragen gibt es viele. Gut zwei Stunden lang beantworten die Verantwortlichen sie alle geduldig, wenn auch oft eher vage. Frau Steinhof, die Abteilungsleiterin, nimmt aber alle Anregungen auf und verspricht, sie in die weiteren Erörterungen zum Vor-Entwurf einzuarbeiten.

Wir empfehlen den Bericht zu der Veranstaltung im online-Portal Pieschen aktuell (bitte auch Kommentare beachten!).

Der Abend macht ein grundlegendes Problem der Bürgerbeteiligung bei Bebauungsplänen deutlich: Es gibt ein erhebliches Informationsgefälle zwischen den mit der Planung befaßten Fachleuten einerseits und den Menschen, deren Lebenswelt sich durch die Bebauung massiv verändern wird, andererseits. Das macht es schwierig, konkrete Fragen zu stellen und konkrete Antworten zu bekommen.

Deshalb haben wir einmal versucht, die aus unserer Sicht wesentlichen Informationen zum Vor-Entwurf auch für Laien verständlich aufzubereiten. Mehr dazu hier….

Endlich! Neuer B-Plan wird vorgestellt

Endlich! Es gibt einen neuen Vorschlag für die Gestaltung der Hufewiesen.
Der Haupteigentümer (ADLER Real Estate AG) und das Stadtplanungsamt haben sich geeinigt.  Nun haben wir Bürgerinnen und Bürger das Wort!   Bis zum 20. Dezember können wir unsere Meinungen und Argumente zum neuen B-3028 in die Planung einbringen.

OFFENLAGE

Die gesamten Planungsunterlagen können
 vom 4. November bis 20. Dezember 2019 eingesehen werden:

im Stadtbezirksamt Pieschen
Bürgerstraße 63, Zi 101 (1.OG)
montags und freitags: 9–12 Uhr
dienstags und donnerstags: 9–18 Uhr

sowie im Netz unter:
https://www.dresden.de/de/stadtraum/planen/stadtentwicklung/offenlagen/Dresden-Trachau-Nr.-6-Hufewiesen-Alttrachau.php

Die Unterlagen finden sich außerdem als pdf am Schluß dieser Meldung.

Die Offenlage ist dazu da, daß wir Bürgerinnen und Bürger uns in die Planungen einbringen. Die Verwaltung muß alle Stellungnahmen aufnehmen und gegeneinander abwägen. Dabei muß sie private Belange und das Gemeinwohl in einen gerechten Ausgleich bringen. So schreibt es das Baugesetzbuch vor.

Bürgerversammlung zum B-Plan

Die Verantwortlichen im Stadtplanungsamt stellen die Einzelheiten zum Planungsstand in einer Bürgerversammlung öffentlich vor:

am Freitag, 15. November 2019,  18 Uhr
im Goldenen Lamm, Leipziger Straße 220, Festsaal

Bürgerversammlung 
zum künftigen Grün

Der größere östliche Teil der Hufewiesen soll unbebaut bleiben. Für die Gestaltung dieses Grüns organisiert die Stadtverwaltung eine zusätzliche Bürgerbeteiligung. Sie beginnt mit einer zusätzlichen Bürgerversammlung:

am Freitag, 22. November 2019,   wieder um 18 Uhr
wieder im Goldenen Lamm, 
Leipziger Straße 220, Festsaal

Mitreden !

Um unsere Meinung ganz offiziell in die weitere Planung einzubringen, genügt es, sich in der Versammlung am 15.11. zu Wort zu melden. Die Beiträge werden von der Verwaltung protokolliert. Außerdem können alle Bürgerinnen und Bürger ihre Meinung zum B-3028 formlos an das Stadtplanungsamt schicken.
Entweder per email an:
email hidden; JavaScript is required
oder per Post an: Stadtplanungsamt Dresden 
Postfach 12 00 20 01001 Dresden
Wichtig: die eigene Adresse angeben, damit die Verwaltung schriftlich antworten kann! Nur dann wird der Beitrag bearbeitet!
Einsendeschluß ist der 20. Dezember 2019.

Unterlagen zum B-3028:

a__B3028_B_Gestaltungsplan_Blatt_1

b__B3028_B_Entwurfsplan_Architektur_Blatt_2

c__B3028_B_Erlaeuterungen_Vorentwurf

24.3.2018 Dokumentation zur Bürgerversammlung

Dokumente zur Bürgerbeteiligung für ein Bürgergrün auf den Hufewiesen, Stand 24. März 2018

  1. Konzept des Vereins, 2014 (pdf)
  2. Ideen von Nachbarn, 2017/18 (pdf):
    1. Katrin Schneider
    2. Linda Stüwe
    3. Michael Hecht
  3. 30-Sekunden-Diaschau zum Wandel der Hufewiesen 1775 bis 2018:

  4. Die Hufewiesen aus der Sicht der Stadtverwaltung, März 2018 (pdf)
  5. Erfolgreiche Bürgerbeteiligung – Überlegungen des Stadtplaners Hermann Sträb (pdf)
  6. Wünsche aus dem Publikum (1): Notizen auf dem Katasterplan (pdf)
  7. Wünsche aus dem Publikum (2): Protokoll von Redebeiträgen (pdf)

Bürgergrün- Wir sind unterwegs

24. März 2018 – Bei mildem Frühlingswetter finden rund 80 Menschen den Weg in den großen Saal im Goldenen Lamm, um mehr darüber zu erfahren, wie die Hufewiesen zu einem Bürgergrün werden können. Ihnen werden ein köstliches Buffet und spannende Gedanken geboten. Nach drei kurzweiligen Stunden können wir sagen:

Hufewiesen Bürgergrün – wir kommen!

Impressionen von der Bürgerversammlung zu einem künftigen Bürgergrün auf den Hufewiesen
am 24. März 2018.

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Prominente Gäste teilten die Neugier von Anwohnern, Lokalpolitiker*innen und Naturliebenden:

  • Einleitend erläuterte Herr Bergander als Vertreter der ADLER Real Estate die Hoffnungen und Einschätzungen des aktuellen Haupteigentümers der Hufewiesen. Er erklärte seine Bereitschaft, auch an den weiteren Schritten bei der Gestaltung des Bürgergrüns mitzuwirken.
  • Anschließend stellte die Dresdner Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen die Sicht der Stadtverwaltung auf die Hufewiesen vor. Sie zeigte sich offen für eine umfassende Bürgerbeteiligung und für neue Formen von Nutzungsvereinbarungen.
  • Zum Ausklang gab uns der Stadtplaner Hermann Sträb seine Erfahrungen zu den Voraussetzungen für gelingende Bürgerbeteiligung mit auf den Weg.

Den Kern des Nachmittags bildeten konkrete Ideen zur Gestaltung. Von seiten des Vereins wurde das Konzept noch einmal präsentiert, das eine Arbeitsgruppe aus Fachleuten und engagierten Bürger*innnen 2014 auf der Grundlage der vom Verein organisierten Bürgerbefragung zur Zukunft der Hufewiesen entwickelt hatte. Katrin Schneider, Linda Stüwe und Michael Hecht stellten als Nachbarn ihre Visionen vor und erläuterten sie in einer ausführlichen Pause außerdem an Stellwänden im direkten Gespräch.

Die Zuhörenden nutzten die Gelegenheit, auf einem Katasterplan eigene Wünsche zu notieren.

Wünsche aus dem Publikum für das Bürgergrün auf den Hufewiesen.

All diese Inhalte haben wir dokumentiert in Wort und Bild und in einem eigenen Verzeichnis abgelegt.

Und wie geht es nun weiter?

  • Wir runden die Dokumentation ab durch einen Videomitschnitt. Damit haben wir den professionellen Dokumentar- und Werbefilmer Sebastian Both beauftragt. Der Mitschnitt und die weiteren Dokumente dienen als Grundlage für die nächsten Schritte in der Bürgerbeteiligung hin zu einem Bürgergrün.
  • Die Federführung für die weitere Bürgerbeteiligung liegt bei der Stadt, genauer gesagt bei der Umweltbürgermeisterin. Mit ihr werden wir besprechen, wie das Verfahren konkret gestaltet werden kann.

Wie lange wird es dauern, bis das Bürgergrün Wirklichkeit ist?
Wenn alles gut läuft, rechnen wir mit etwa zwei Jahren. Einerseits muß das Verfahren für die Schaffung von Baurecht für den Eigentümer erfolgreich abgeschlossen werden. Andererseits braucht es auch Zeit, um alle Belange und Interessen an dem künftigen Bürgergrün mit Umsicht und Bedacht auszuhandeln. Je sorgfältiger das im Vorfeld geschieht, desto weniger Streit wird es nachher bei der Nutzung der Hufewiesen geben.

Schritte im Verfahren für einen Bebauungsplan und für die Schaffung eines Bürgergrüns auf den Hufewiesen, Stand März 2018.

Noch fünf Tage bis zur Bürgerversammlung

Sechsmal werden wir noch wach… Dann ist es soweit.

Am Sonnabend, 24. März, öffnen sich die Türen des großen Saals im Goldenen Lamm am Anger von Alttrachau zur ersten Bürgerversammlung für das künftige Bürgergrün auf den Hufewiesen.

Moment mal! Die erste Versammlung? Es gab doch schon einige vorher: Im Januar 2012, als sich der Verein Hufewiesen Trachau gründete. Im Herbst 2013 dann eine Fachveranstaltung mit Landschaftsplanern zum Wert der Hufewiesen und zwei Ideenwerkstätten. Im Januar 2014 die Abschlußveranstaltung zur Bürgerbefragung über die Zukunft der Hufewiesen, mit Uwe Steimle als Überraschungsgast. Im Juli 2014 die Vorstellung der Vorschläge des Vereins für ein künftiges Bürgergrün…

Ja, aber: Diese Versammlung ist die erste, nachdem der Stadtrat im Mai 2017 mit den Stimmen der Fraktionen der SPD, Bündnis90/GRÜNE und LINKE den Grundsatzbeschluß faßte, daß auf den Hufewiesen öffentliches Grün entstehen sollte. Es ist außerdem die erste Versammlung, nachdem am 8. März 2018 der aktuelle Haupteigentümer der Hufewiesen zusammen mit dem Baubürgermeister Herrn Schmidt-Lamontain die Grundzüge einer Einigung zur Zukunft der Hufewiesen öffentlich vorgestellt hat.

Anders ausgedrückt: Es ist die erste Versammlung, bei der der Erhalt der Hufewiesen tatsächlich mehr ist als nur eine schöne Idee. Wir können auf Vorgaben der politisch Verantwortlichen und des Haupteigentümers aufbauen.

Jetzt haben Sie und wir das Wort: Was für ein Grün wollen wir?

Daß es eine solche Versammlung gibt, ist durchaus etwas Besonderes. Nirgendwo in Dresden, Sachsen oder anderswo in der Bundesrepublik hat es eine ähnliche Herangehensweise zur Gestaltung von öffentlichem Grün in dieser Größenordnung bis jetzt gegeben. Wir wagen gemeinsam etwas Neues.

Deshalb: Laßt Euch / Lassen Sie sich das nicht entgehen!

Das haben wir geplant:

  1. Eva Jähnigen, Beigeordnete der Landeshauptstadt Dresden für Umwelt und
    Kommunalwirtschaft:
    Planungsziele der Stadt für die Hufewiesen und Grundsätzliches zu einer möglichen
    Nutzungsvereinbarung
    (Vortrag/Diskussion)
  2. Vorschläge aus der Nachbarschaft zur Gestaltung eines künftigen Bürgergrüns
    (Offene Runde, mit Stärkung am Buffet)
  3. Hermann Sträb, GRAS – Gruppe Architektur und Stadtplanung/Dresden:
    Wie gelingt eine nachhaltige Beteiligung der Bürger bei der Gestaltung der
    Hufewiesen als Bürgergrün?
    (Thesen/Erfahrungsaustausch/Diskussion)

Die Themen deuten es schon an: Dies wird die erste und noch lange nicht die letzte Versammlung bei der Gestaltung der Hufewiesen als künftiges Bürgergrün sein. Wie es weitergeht, auch das werden wir an diesem Sonnabend gemeinsam festlegen – zusammen mit der Umweltbürgermeisterin als federführender Verantwortlicher auf seiten der Stadtverwaltung und mit dem erfahrenen Moderator von Beteiligungsverfahren Hermann Sträb.

Fürs leibliche Wohl ist gesorgt. Kinder können gerne mitkommen und derweil unter Aufsicht spielen.

Wir freuen uns auf Sie und auf Euch!

Dritter Vorschlag zum Bürgergrün

Hier kommt Teil Drei unserer losen Folge von Vorschlägen für das künftige Bürgergrün auf den Hufewiesen!

Im August 2018 will die neue Kulturwerkschule in einem provisorischen Schulgebäude an der Ecke Leipziger Straße/Pettenkoferstraße den Betrieb aufnehmen. Damit bekommen die Hufewiesen einen neuen, sehr interessanten und lebendigen Nachbarn. Der künftige Schulleiter Michael Hecht ist zugleich im Verein Hufewiesen Trachau aktiv und hat sich schon seit längerem Gedanken darüber gemacht, wie die Schule und das Grün zusammenwirken könnten.

Schauen Sie selbst und lassen Sie sich anregen:

Hufewiesen Trachau proudly presents:

Die Hufewiesen als grünes Stadtteilzentrum – Vorschläge der Kulturwerkschule Dresden

von Michael Hecht

>>>Gesamte Präsentation anschauen<<<

Bisher erschienen:

EINIGUNG !

Ja, es stimmt.

Es gibt einen Kompromiß zur künftigen Entwicklung der Hufewiesen. Auf einer Pressekonferenz am 8. März 2018 ist er bekanntgegeben worden.

  • Die ADLER Real Estate AG hat sich öffentlich dazu bekannt, die Flächen im Osten der Hufewiesen nicht zu bebauen, sondern sie an die Stadt zu übertragen, damit dort öffentliches Grün entstehen kann.
  • Die Stadt, vertreten durch den Baubürgermeister und durch Stadträte der Mehrheitsfraktionen, hat sich öffentlich dazu bekannt, auf den Grundstücken der ADLER Real Estate im Westen der Hufewiesen Baurecht zu schaffen.

Die Einzelheiten der Bebauung müssen noch ausgehandelt werden. Fest steht bis jetzt nur der Verbrauch an Land: Maximal 1,6 Hektar dürfen für Wohnen bebaut werden. Dazu kommen maximal 0,8 Hektar für „nichtstörendes“ Gewerbe.

Den besten Bericht in den Medien dazu findet man auf dem Portal „Pieschen aktuell“ von Winfried Schenk.
Herr Schenk hat sich auch die Mühe gemacht, die Einigung entlang der Flurstücksgrenzen im Themenstadtplan zu veranschaulichen. So sieht sie im Grundsatz aus:

Links der grünen Linie darf Adler Real Estate bauen – rechts davon werden die Hufewiesen öffentliches Grün. Grafik: Themenstadtplan / W. Schenk

Wir freuen uns, daß ein großer Teil der Hufewiesen erhalten bleibt!

Aber die Arbeit ist noch nicht zuende. Der Teufel steckt ja bekanntlich im Detail. Wir wollen wachsam begleiten, wie jetzt die Einzelheiten der Bebauung ausgehandelt werden. Und wir wollen dafür sorgen, daß im Osten der Hufewiesen ein besonderes öffentliches Grün ensteht. Die bäuerliche Kulturlandschaft soll erkennbar bleiben. Zugleich sollen möglichst viele Interessen von möglichen Nutzern in die Gestaltung einfließen.

Dies sind die nächsten Meilensteine:

  • Sonnabend, 24. März, 15 bis 18 Uhr
    Bürgergrün auf den Hufewiesen: So geht’s!
    Bürgerversammlung im Goldenen Lamm, Leipziger Straße 220
  • Dienstag, 10. April, ab 18 Uhr
    Öffentliche Vorstellung und Diskussion der Vorlage zum Bebauungsplan B-3028
    (= Kompromiß für die Hufewiesen)
    Ortsbeirat Pieschen, Rathaus Pieschen, Bürgerstraße 63 (II. Stock)