Adventsklänge mit Tuba und dreisprachig

Alle Jahre wieder. Sonnabend vor dem zweiten Advent.

Schon am Vormittag klettert Gyuri Hals über Kopf in die Weide im Garten von Alttrachau 29, sägt Altholz weg und montiert den Herrnhuter Stern, der bis zu ihrem spektakulären Abgang im August immer in Hensels Kastanie hing. Bis Mariä Lichtmeß soll der weiße Vielzack nun allabendlich den Anger mit frohem Strahlen bescheren. Danke an Conni für den Strom!
Ab 16 Uhr wird es dann wimmelig im Gemeinschaftsgarten zwischen Alttrachau und der Henricistraße. Es knistert und flackert in einer Feuerschale. Eckart, Laura und Heiko beugen sich über einen Projektor, der nicht funktionieren will, und hantieren mit allerlei Kabeln und Tasten. Eine Reihe von Kerzen, von Gisela in Äpfel gesteckt und mit Reisig verziert, beleuchtet die kleine Trockenmauer, um später in die Hände der vielen Kinder zu wandern. Kurz vor Beginn taucht dann noch ein riesiger Trichter auf Rücken eines starken Musikers auf: die Tuba! Sie wurde begleitet von einer Gitarre; beide sorgten für eine schöne Baßlinie mit Akkorden als Stütze für unsere Tonleiterklettereien. A propos Musik: Eine Premiere von Jakob (sechs Jahre) und seiner Nachbarin Martina (mindestens sechsmal so alt) mit Akkordeon und Saxophon gab es auch!
Und es wurde gesungen und gesungen und gesungen, bis die Füße kalt waren. Auch auf Englisch und auf Polnisch! Mocia machte es möglich durch Umschrift…
Schön war es, so viele inzwischen bekannte Gesichter zu sehen im Kerzenlicht und Feuerschein. Mit Glühwein und Apfelpunsch.
Nächstes Jahr wollen wir auch auf Französisch und Ungarisch singen. Heißa, das wird was geben!
Danke an

Advent, Advent: flashmob auf leisen Sohlen

Der Wachmann auf dem Heimweg staunte nicht schlecht. Am ersten Advent war er, wie immer in seine Signaljacke gekuschelt, schon in der Dunkelheit die kleine Gaußstraße heruntergelaufen, um nach Alttrachau einzubiegen.

Um diese Zeit liegt die Kreuzung sonst immer still da. Einsam steht die historische Laterne gegenüber der Straßenmündung und verstreut in einem kleinen Umkreis ihr gelbrötliches Licht. Darüber reckt sich das stattliche Geäst der Kastanie in Hensels Garten als dunkler Schattenriß in den städtischen Nachthimmel. Ein leichter Windzug hier und da, sonst nichts.

Stille am Winterabend auf der Kreuzung Gaußstraße/Alttrachau.

Stille am Winterabend auf der Kreuzung Gaußstraße/Alttrachau.

Diesmal aber ist es anders. Auf den Zaunpfosten von Hensels Garten flackern kleine Windlichter. In der Kastanie leuchtet ein großer, weißer Herrenhuter Stern. Im Garten sind Menschen zu erkennen; große und kleine, wohl zwei Dutzend; einige tragen Laternen. Der Duft von Glühwein zieht herüber. Auf die Brandmauer des angrenzenden Mietshauses ist metergroß ein Liedtext projiziert.

Am ersten Advent ist plötzlich alles anders!

Am ersten Advent ist plötzlich alles anders!

Und die Menschen singen. Nicht laut, nicht immer treffend. Die Stimmen übertönen die Finsternis nicht. Das Helle und das Dunkle existieren nebeneinander. So leuchtet das Helle umso inniger; der Gesang hallt umso eindringlicher nach.

Verwundert bleibt der Wachmann stehen, lehnt sich an den Gartenzaun, und hört zu. Auch andere Passanten bleiben stehen. Ein Lied endet, ein neues leuchtet an der Hauswand auf, und der Gesang hebt wieder an.

Dona nobis pacem. Sind die Lichter angezündet. Leise rieselt der Schnee. Guten Abend, schön Abend. O Tannenbaum. Schneeflöckchen, Weißröckchen. Bald nun ist Weihnachtszeit. Der Mond ist aufgegangen. Alle Jahre wieder. Es ist für uns eine Zeit angekommen. Laßt uns froh und munter sein.

Zum Schluß gibt es Plätzchen für alle. Fröhliches Gemurmel, dann gehen die Menschen nach hause. Auch der Wachmann setzt den Heimweg fort.

Das war der Erste Advent im historischen Anger von Trachau.
Ein flashmob (Blitzauflauf*) auf leisen Sohlen.
Unser Trachauer Einstieg in die Weihnachtszeit 2014.

„O, war das schön!“
„Das machen wir wieder!“

Vielen Dank…!

  • an Gunter und Marion für die Stromspende
  • an Conni, Jens und Wolfgang für Kabel
  • an Frau Schmidt, Kati und Susann für das Zusammenstellen und Präparieren der Lieder
  • an Susann für das Besorgen und Zusammenbasteln des Sterns
  • an Rüdiger und seinen Bruder für den Baumbestieg mit Stern-Montage
  • an Eckart für Beamer und Zeitschaltuhr
  • an Kati und Susann für Glühwein
  • an Heike und ?? für leckere Plätzchen

Und so entstand der erste adventliche Blitzauflauf in Trachau:
(Bitte anklicken für ein größeres Bild!)

Nun leuchtet es an jedem Abend in der Adventszeit in Hensels Kastanie – dank Euch!
Adventsstern in Hensels Kastanie.