GartenPolitik – evoluzzer Themenabend am 9. April

Gärten oder Beton? Die Antwort lautet monoton immer wieder: Beton…!

Jüngstes Beispiel: Die Baufachleute in der Verwaltung von Stadt und Freistaat haben sich dafür ausgesprochen, in Dresden-Johannstadt ein neues Parkhaus für das expandierende Max-Planck-Institut zu errichten – an einem Ort, wo zur Zeit die Internationalen Gärten zuhause sind und einige Schreber aus der Nachbarschaft ein kleines grünes Glück hüten. Und schon ist die Maschinerie angesprungen, die dafür einen B-Plan produziert.

Die Geschichte klingt bekannt. Im Jahre 2011 sah es auf den Hufewiesen ähnlich aus. Seither setzt sich unser Verein für eine andere Art der Stadtentwicklung ein: im Gespräch mit den Bürgern, nicht über ihre Köpfe hinweg.

Wie kann das gehen?

Das ist aus aktuellem Anlaß Thema bei einer socialbar der evoluzzer in Dresden:

socialbar - Lernort für Wandel im Alten Wettbüro.

socialbar – Lernort für Wandel im Alten Wettbüro.

Zwischen Gärten und Beton – ein gartenpolitischer Garten

Mittwoch, 9. April, 19:30 Uhr
im Alten Wettbüro, Antonstraße 8, nahe Bahnhof Neustadt

mit Mattes Hoffmann für die Internationalen Gärten Dresden e.V.
und Anja Osiander für die Hufewiesen Trachau e.V.

moderiert von den Evoluzzern Norbert Rost, Sören Rogoll und Andreas Poldrack

Einladung mit weiteren Einzelheiten als pdf

Mehr zum Konflikt in der Johannstadt:
http://www.gaerten-ohne-grenzen.org/

http://gartenstattbeton.de/

Politik machen. In Dresden. Ganz einfach.
Eine kleine Anleitung von Norbert Rost (pdf)

Baubürgermeister Jörn Marx im Interview der SZ

Die Sächsische Zeitung vom 21.08.2012, Lokalausgabe Dresden (Login erforderlich), bringt unter dem Titel „Dresden verträgt mehr Einkaufszentren“ ein großes Interview mit Baubürgermeister Jörn Marx (CDU). Zu den Hufewiesen äußert er sich:

Wo ist Platz für komplett neue Wohngebiete?

Zum Beispiel in Trachau an der Gaußstraße oder in Klotzsche an der Boltenhagener Straße, an der Berggartenstraße in Blasewitz oder aktuell im Bramschgelände. Ein riesiges Potenzial sehe ich aber auch entlang der Dohnaer Straße von Prohlis bis nach Kleinluga.

 

Neue Baupläne

Die Morgenpost berichtet in ihrer heutigen Ausgabe von neuen Bauplänen auf den Hufewiesen. Jetzt will der Eigentümer die gesamte Fläche bebauen.
Der Pressesprecher der MBG Trachau stapelt dabei ziemlich hoch: 60 bis 70 Millionen sollen investiert werden, um 160 Geschoßwohnungen zu errichten. Dabei verfügt die MBG Trachau selbst nur über eine Bilanzsumme von rund 1,3 Mio. Euro und die Muttergesellschaft ADLER Real Estate AG nur über eine Bilanzsumme von knapp 35 Millionen Euro. Woher soll das Geld also kommen? Zumal die Rendite ziemlich mager erscheint: Jede der 160 Wohnungen müßte für 500.000 Euro verkauft werden, um etwa 80 Millionen Euro Umsatz zu erzielen. Solche Preise lassen sich vielleicht auf Sylt erzielen, aber in Pieschen…???
Baubürgermeister Marx ist trotzdem begeistert. Kein Wort verliert er darüber, daß Pieschen als der bevölkerungsreichste Stadtteil in Dresden immer noch keinen Park hat.

Hier der Artikel im Original (für Vergrößerung bitte anklicken):

CDU Pieschen zu den Hufewiesen

Im November 2011 hatte der Ortsverband Pieschen der CDU das Bauvorhaben der MBG Trachau noch eindeutig befürwortet. Nun gab der Ortsverband auch uns die Gelegenheit, unser Projekt in einer Sitzung des Ortsverbandes am 11.04.2012 vorzustellen. Im Ergebnis konstatiert man:

Eigentlich wollen alle das Gleiche: mit dem gut 100.000 qm großen, brach liegenden Gelände in bester Stadtlage in Trachau zwischen Eisenbahnlinie und Leipziger Straße soll etwas wirklich Gutes geschehen. Doch über das Wie, Wo und Wann scheiden sich die Geister und die Gemüter scheinen sich zunehmend zu erhitzen.

Einen Ausweg weiß aber auch die CDU Pieschen nicht:

Für alle, auch für die Pieschner CDU, wäre eine sinnvolle Planung für das gesamte Grundstück wünschenswert. Trotzdem ist es nachvollziehbar, wenn der Besitzer die verfügbare Teilfläche bereits jetzt vernünftig verwerten will, zumal ohnehin Bauland im innerstädtischen Bereich knapp wird und eine maßvolle Bebauung, der von uns gewollten Weiterentwicklung Pieschens auch in Richtung hochwertigem kleinteiligem Wohnen entgegenkommt.