Rosenhauer in Aktion

Unbekannte haben an der Informationstafel an der Gaußstraße (Nähe Bahnunterführung) auf eine besonders leise Art und Weise für den Erhalt „der Gauß“ geworben. Sie montierten eine Collage aus drei Ölbildern. Alteingesessene dürften die Bilder sofort erkennen:

Collage an der Info-Tafel an der Gaußstraße (für Vergrößerung bitte anklicken)

Es handelt sich um Gemälde des Künstlers Theodor Rosenhauer (1901-1996), der in Alttrachau geboren wurde und nach dem Krieg in der Teichstraße lebte und arbeitete.

Das Bild ganz links zeigt das Gaußgässl an der Ecke Alttrachau, wohl in den 1970er Jahren.
In der Mitte ist ein Selbstporträt des Künstlers zu sehen.
Das rechte Bild zeigt eines der Stilleben, für die Rosenhauser in Fachkreisen berühmt ist.

Rosenhauer gilt als eigensinniger Maler, der sich keiner Schule anschloß und für keine Ideologie vereinnahmen ließ. Sein leiser „expressiver Realismus“ zeigt das Herz der Dinge.

Das Herz der Hufewiesen – genau das wollen wir bewahren.

Vielen Dank an den Unbekannten mit den Initialen G.C. (links unten im Bild zu erkennen)!

Zaun am Kirchsteig

Die MBG Trachau GmbH & Co KG (Eigentümerin des größten Teils der Hufewiesen) versucht seit einiger Zeit, die Hufewiesen abzusperren. Damit stößt sie allerdings auf Schwierigkeiten. Das zeigt sich aktuell am Kirchsteig.

Der Kirchsteig ist ein schmaler Pfad, der sich vom Dorfanger Alttrachau aus hinter dem alten Dorfkern entlangzieht. Er mündet im Rücken der alten Tabakfabrik in die Pettenkofer Straße. Früher liefen die Bauernfamilien von Trachau auf diesem Weg zum Gottesdienst nach Kaditz – daher der Name. Das Flurstück Nr. 814, auf dem der Kirchsteig verläuft, gehört der Stadt. In dieser Woche hat die MBG Trachau durch eine Zaunbaufirma auf dem Kirchsteig Pfähle einbetonieren lassen und Maschendraht gezogen.

Wohlgemerkt: nicht auf dem eigenen Grundstück, sondern auf kommunalem Grund und Boden.
(Korrektur: Doch auf eigenem Grundstück! Siehe unsere Richtigstellung vom 28. August.)

Zaunpfähle und Maschendraht auf dem Kirchsteig an der Mündung in den Dorfanger von Alttrachau. Die alte Sandsteinsäule (rechts im Bild) zeigt den gewohnheitsrechtlichen Grenzverlauf an.

Am Donnerstag, den 23. August, kam dann noch eine Kette mit Vorhängeschloß hinzu:

Die Absperrung vom Kirchsteig aus gesehen.

Mit der Stadt sind diese Maßnahmen nicht abgesprochen. Das Ortsamt Pieschen reagierte überrascht auf die Nachricht von den baulichen Veränderungen auf dem Kirchsteig.

Klar ist: Die Pfähle und der Zaun sind widerrechtlich errichtet worden und müssen deshalb wieder entfernt werden.
(Korrektur: Der Zaun steht korrekt. Siehe die Richtigstellung.)

Falls die MBG Trachau die Hufewiesen von hier aus tatsächlich absperren wollte, müßte sie einen Zaun auf der ganze Länge des Kirchsteigs ziehen. Das sind gut vierhundert Meter.

Angesichts dieser Schwierigkeiten erneuern wir unseren Appell an die Verantwortlichen der MBG Trachau:

  • Verzichten Sie auf die Absperrung!
  • Schließen Sie stattdessen einen befristeten Pachtvertrag mit dem Verein Hufewiesen Trachau.
  • Der Verein verpflichtet sich, das Gelände sofort geräumt zu übergeben, sobald dort gebaut werden soll.
  • Der Verein hält das Gelände sauber und öffentlich zugänglich.

Diese Lösung hat Vorteile für alle Seiten:

  • Die MBG Trachau spart Kosten und erzielt sogar noch Einnahmen in der Zeit, während sie das Land nicht verwerten kann.
  • 50.000 Menschen in Pieschen können die Oase auf den Hufewiesen weiter als dringend benötigtes öffentliches Grün nutzen!
  • Das reichhaltige Biotop auf den Hufewiesen bleibt (zumindest vorerst) erhalten.

Zur Information: Das Verfahren für einen Bebauungsplan für die Hufewiesen kann frühestens in zwei Jahren beginnen. Denn die Hufewiesen wurden 2002 überflutet, und die Schutzmaßnahmen entlang der Elbe werden erst 2014 fertiggestellt sein. Bis dahin gilt ein Planungsverbot.

P.S. Kette und Vorhängeschloß sind inzwischen wieder verschwunden. Ob sie durch die MBG Trachau entfernt wurden oder ob Anwohner zur Selbsthilfe griffen, ist unbekannt.

Himmelsleiter

Die Absperrung der Hufewiesen löst immer neue kreative Reaktionen aus. Seit neuestem weist ein knallrotes Objekt an der Gaußstraße in die Zukunft. Es geht das Gerücht, die Landeshauptstadt Dresden habe es aufgestellt – als ersten Schritt zur Wiedereröffnung der Hufewiesen als Park für Pieschen.

Zukunftsweisend – der Zaun wird überwunden.

Zu!

Zu!
Die beiden nördlichen Zugänge zu den Hufewiesen sind seit heute abgesperrt.
Bauzäune versperren den Weg.

An der Bahnunterführung Gaußstraße

Die Immobiliengesellschaft MBG Trachau setzt auf Konfrontation. Mit Zwangsmitteln sichert sie ihr Eigentum.

Die Verantwortlichen der MBG Trachau sind nach eigenen Angaben frustriert darüber, daß ihre Bemühungen um Baurecht für die Hufewiesen so langsam vorankommen. Daran tragen aber die Menschen im Stadtteil keine Schuld. 50.000 Menschen in Pieschen leben ohne Park; die Hufewiesen sind der einzige Ersatz. Die Menschen hier, besonders die vielen Kinder, müssen den Frust der Eigentümer jetzt ausbaden. Das ist nicht fair.

Schlupflöcher an der Hildesheimer …


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… und an der Gaußstraße

Die Bürgerinitiative hat kein Verständnis dafür, daß den Anwohnern und Kindern jetzt verwehrt wird, was zwölf Jahre lang gut ging. Die Pferde pflegten die Wiesen; die Menschen konnten dort sein; das Gelände blieb eine Oase.

Die Pettenkofer Straße, der frühere Kirchweg, ist nur ein Fußpfad, aber trotzdem öffentlich. Hier darf nicht abgesperrt werden.

Durch die Absperrung werden die Hufewiesen bald zum Schandfleck verkommen. Das kann Pieschen nicht brauchen.

Wir halten unsere Angebote aufrecht:
Der Verein Hufewiesen Trachau ist bereit, die Kosten für die Versicherung des Grundstücks zu übernehmen – vorausgesetzt, die Hufewiesen werden wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Der Verein Hufewiesen Trachau bietet außerdem an, der MBG Trachau die Flächen abzukaufen, um sie in einen Park mit angrenzender Bebauung entlang der Leipziger Straße umzuwandeln.

Noch offen: Der Zugang von der Pettenkofer Straße, vorbei an der alten Tabakfabrik

Kunst-Aktion!


Die Hufewiesen werden zum Schauplatz für Spontan-Kunst!
Unbekannte haben angefangen, die Bäume zu verzieren.
Andere Unbekannte haben die Idee aufgegriffen und sich den Zaun vorgenommen.
Das Flanieren wird zur Sinnsuche…
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Tolle Idee!
Bürger, sagt Eure Meinung! Malt Eure Meinung! Bastelt Eure Meinung!
Und setzt das Kunstwerk fort – wie ein Ringelreihn!
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Weitere Anregungen auch unter Bilder und Stimmen.

Herzenswahrheiten

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Blumengestecke mit Einsichten durch Maschendraht

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Zauneidechsen

Zauneidechse

Zauneidechse (Weibchen) im Juli 2012


Auf den Hufewiesen sind auch in diesem Sommer wieder Zauneidechsen zu finden – trotz der Bauarbeiten am Bahndamm. Zauneidechsen gehören zu den streng geschützten Arten in Europa. Sie dürfen nicht getötet werden; vorhandene Populationen müssen geschützt werden.
Für den östlichen Teil der Hufewiesen wurde im Jahre 2011 ein Artenschutzgutachten erstellt. Demnach sind dort Zauneidechsen in einer überlebensfähigen Population zu finden. Wer immer dort bauen wollte, müßte dafür Sorge tragen, daß die Zauneidechsen auch weiterhin hier leben können.