Hufewiesen bleiben gesperrt – noch…

Betreten Verboten 900x400

Im Moment führt kein Weg hinein: Die Hufewiesen bleiben für die Öffentlichkeit gesperrt. Das ist der Wille des Eigentümers der Flächen, der MBG Trachau. In den letzten Jahren hätten viele Anwohner die Wiesen irrtümlich als öffentliche Fläche wahrgenommen und auch so benutzt; das sei eine Fehleinschätzung, und das wolle man mit der Absperrung deutlich machen. So begründet der Geschäftsführer der MBG Trachau GmbH und Co KG, Peter Stommel, diese Entscheidung.

Einen kleinen Hoffnungsschimmer gibt es aber doch. Man könne über eine Zwischennutzung reden, so Stommel, wenn sich dabei auch für die MBG eine positive Perspektive ergäbe. Will heißen: Wenn die begründete Hoffung besteht, daß es bald zu einem für die MBG günstigen Verkauf der Flächen kommen kann, dann wäre der Eigentümer auch in der Frage einer Öffnung der Wiesen gesprächsbereit.

Diesen Hinweis greift die Bürgerinitiative gerne auf. In mehreren Arbeitsgruppen tüfteln wir an einem umfassenden Nutzungskonzept. Unser Ziel ist ein Bürgerpark im Herzen der Hufewiesen, ergänzt durch Wohnen und Gewerbe in den Randbereichen. Die notwendige Bedingung dabei: Das Konzept muß ausreichend Einnahmen ermöglichen, um der MBG Trachau einen attraktiven Kaufpreis anbieten zu können. Dazu spielen wir verschiedene Szenarien durch, recherchieren Finanzierungsmöglichkeiten und sprechen mit Experten.

Das alles passiert im Moment noch weitgehend im stillen Kämmerlein. Sobald aber belastbare Ergebnisse vorliegen, wollen wir sie auch öffentlich zur Debatte stellen. Bis dahin bitten wir um etwas Geduld – auch wenn bald die Krokusse auf den Hufewiesen locken werden.

Zaun am Kirchsteig

Die MBG Trachau GmbH & Co KG (Eigentümerin des größten Teils der Hufewiesen) versucht seit einiger Zeit, die Hufewiesen abzusperren. Damit stößt sie allerdings auf Schwierigkeiten. Das zeigt sich aktuell am Kirchsteig.

Der Kirchsteig ist ein schmaler Pfad, der sich vom Dorfanger Alttrachau aus hinter dem alten Dorfkern entlangzieht. Er mündet im Rücken der alten Tabakfabrik in die Pettenkofer Straße. Früher liefen die Bauernfamilien von Trachau auf diesem Weg zum Gottesdienst nach Kaditz – daher der Name. Das Flurstück Nr. 814, auf dem der Kirchsteig verläuft, gehört der Stadt. In dieser Woche hat die MBG Trachau durch eine Zaunbaufirma auf dem Kirchsteig Pfähle einbetonieren lassen und Maschendraht gezogen.

Wohlgemerkt: nicht auf dem eigenen Grundstück, sondern auf kommunalem Grund und Boden.
(Korrektur: Doch auf eigenem Grundstück! Siehe unsere Richtigstellung vom 28. August.)

Zaunpfähle und Maschendraht auf dem Kirchsteig an der Mündung in den Dorfanger von Alttrachau. Die alte Sandsteinsäule (rechts im Bild) zeigt den gewohnheitsrechtlichen Grenzverlauf an.

Am Donnerstag, den 23. August, kam dann noch eine Kette mit Vorhängeschloß hinzu:

Die Absperrung vom Kirchsteig aus gesehen.

Mit der Stadt sind diese Maßnahmen nicht abgesprochen. Das Ortsamt Pieschen reagierte überrascht auf die Nachricht von den baulichen Veränderungen auf dem Kirchsteig.

Klar ist: Die Pfähle und der Zaun sind widerrechtlich errichtet worden und müssen deshalb wieder entfernt werden.
(Korrektur: Der Zaun steht korrekt. Siehe die Richtigstellung.)

Falls die MBG Trachau die Hufewiesen von hier aus tatsächlich absperren wollte, müßte sie einen Zaun auf der ganze Länge des Kirchsteigs ziehen. Das sind gut vierhundert Meter.

Angesichts dieser Schwierigkeiten erneuern wir unseren Appell an die Verantwortlichen der MBG Trachau:

  • Verzichten Sie auf die Absperrung!
  • Schließen Sie stattdessen einen befristeten Pachtvertrag mit dem Verein Hufewiesen Trachau.
  • Der Verein verpflichtet sich, das Gelände sofort geräumt zu übergeben, sobald dort gebaut werden soll.
  • Der Verein hält das Gelände sauber und öffentlich zugänglich.

Diese Lösung hat Vorteile für alle Seiten:

  • Die MBG Trachau spart Kosten und erzielt sogar noch Einnahmen in der Zeit, während sie das Land nicht verwerten kann.
  • 50.000 Menschen in Pieschen können die Oase auf den Hufewiesen weiter als dringend benötigtes öffentliches Grün nutzen!
  • Das reichhaltige Biotop auf den Hufewiesen bleibt (zumindest vorerst) erhalten.

Zur Information: Das Verfahren für einen Bebauungsplan für die Hufewiesen kann frühestens in zwei Jahren beginnen. Denn die Hufewiesen wurden 2002 überflutet, und die Schutzmaßnahmen entlang der Elbe werden erst 2014 fertiggestellt sein. Bis dahin gilt ein Planungsverbot.

P.S. Kette und Vorhängeschloß sind inzwischen wieder verschwunden. Ob sie durch die MBG Trachau entfernt wurden oder ob Anwohner zur Selbsthilfe griffen, ist unbekannt.

Zu!

Zu!
Die beiden nördlichen Zugänge zu den Hufewiesen sind seit heute abgesperrt.
Bauzäune versperren den Weg.

An der Bahnunterführung Gaußstraße

Die Immobiliengesellschaft MBG Trachau setzt auf Konfrontation. Mit Zwangsmitteln sichert sie ihr Eigentum.

Die Verantwortlichen der MBG Trachau sind nach eigenen Angaben frustriert darüber, daß ihre Bemühungen um Baurecht für die Hufewiesen so langsam vorankommen. Daran tragen aber die Menschen im Stadtteil keine Schuld. 50.000 Menschen in Pieschen leben ohne Park; die Hufewiesen sind der einzige Ersatz. Die Menschen hier, besonders die vielen Kinder, müssen den Frust der Eigentümer jetzt ausbaden. Das ist nicht fair.

Schlupflöcher an der Hildesheimer …


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… und an der Gaußstraße

Die Bürgerinitiative hat kein Verständnis dafür, daß den Anwohnern und Kindern jetzt verwehrt wird, was zwölf Jahre lang gut ging. Die Pferde pflegten die Wiesen; die Menschen konnten dort sein; das Gelände blieb eine Oase.

Die Pettenkofer Straße, der frühere Kirchweg, ist nur ein Fußpfad, aber trotzdem öffentlich. Hier darf nicht abgesperrt werden.

Durch die Absperrung werden die Hufewiesen bald zum Schandfleck verkommen. Das kann Pieschen nicht brauchen.

Wir halten unsere Angebote aufrecht:
Der Verein Hufewiesen Trachau ist bereit, die Kosten für die Versicherung des Grundstücks zu übernehmen – vorausgesetzt, die Hufewiesen werden wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Der Verein Hufewiesen Trachau bietet außerdem an, der MBG Trachau die Flächen abzukaufen, um sie in einen Park mit angrenzender Bebauung entlang der Leipziger Straße umzuwandeln.

Noch offen: Der Zugang von der Pettenkofer Straße, vorbei an der alten Tabakfabrik

Vertrag statt Zaun!

Der neue Zaun an den Hufewiesen erregt das Interesse der örtlichen Medien: Gestern bat Radio Dresden um ein Interview. Heute war die Sächsische Zeitung da.

Eine ältere Dame, die auf den Wiesen spazieren ging, erzählte, was ihr auf dem Herzen liegt, und die Reporterin schrieb eifrig mit:
Ich bin hier geboren. Meine Großeltern hatten hier noch Ackerland; später waren hier Gärtnereien. Ich kenne dieses Stückchen Land nicht anders als grün. Es wäre eine Katastrophe, wenn die Menschen aus dem Viertel hier nicht mehr hingehen dürften. Und erst die ganzen Kinder!“

Die Bürgerinitiative hat derweil ihr Angebot bekräftigt: Der Verein Hufewiesen Trachau ist bereit, die Kosten für die Haftpflichtversicherung für das Grundstück zu übernehmen. Auf diese Weise könnte das Gelände öffentlich zugänglich bleiben.
Das steht in einem Brief des Vereins an Herrn Harloff, den Vorstand der ADLER Real Estate AG. Sie ist die Muttergesellschaft der MBG Trachau, die wiederum als Eigentümerin von insgesamt zehn Hektar Land auf den Hufewiesen im Grundbuch geführt wird. Der Verein bekräftigt in dem Brief zugleich seine Absicht, die Hufewiesen zu kaufen.

Der Brief wurde am 16. Juli abgeschickt. Wörtlich heißt es darin:
„Für (die) Anwohner, insbesondere für die umliegenden Kindertagesstätten,
möchten wir gerne die Möglichkeit erhalten, das Gelände für Spaziergänge zu nutzen.
Der Verein Hufewiesen Trachau e.V. bietet Ihnen deshalb an, die Kosten für eine
Grundstückshaftpflichtversicherung für die Hufewiesen als öffentlich zugängliches Gelände
zu übernehmen. Sie sparen auf diese Weise nicht nur die Police ein, sondern auch die
Ausgaben für die Absperrung der Wiesen.
Herrn Stommel (Geschäftsführer der MBG Trachau) haben wir bereits über dieses Angebot informiert. Er hat zugesagt, sich darüber mit Ihnen zu beraten. Wir würden uns freuen, wenn Sie die anstehenden Kaufverhandlungen mit Ihrem Einverständnis zu diesem Arrangement unter einen guten Stern stellen wollten.“

Eine Antwort der ADLER Real Estate oder der MBG Trachau auf dieses Angebot gibt es bis jetzt nicht.

Sperrgebiet

Die MBG Trachau unternimmt offenbar erste Bemühungen, um die Hufewiesen abzusperren.
Entlang der Gaußstraße hat ein Bauer aus Meißen mit seinem Traktor das Gelände umgepflügt. Er habe auf Anweisung von Herrn Stommel gehandelt, dem Geschäftsführer der MBG Trachau. Damit solle verhindert werden, daß die Menschen auf das Grundstück gelangten. So der Bauer.
…?
Wie das Bild zeigt, war die Maßnahme eher sinnlos. Die Kommunikation aus dem fernen Frankfurt, wo die MBG Trachau ihr Büro hat, bis vor Ort nach Dresden scheint nicht gut zu funktionieren.

Umbruch auf den Hufewiesen


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Bauzaun

Ernsthafter wirkt da schon der Bauzaun, der entlang des Bahndamms errichtet worden ist. Die einzelnen Felder sind solide durch Spangen und Nieten miteinander verbunden. Werden sie demnächst die gesamte Grenze zwischen dem MBG-Gebiet und dem Stadtteil zieren?
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Angebot der Bürgerinitiative

Der Verein Hufewiesen Trachau hat der MBG Trachau angeboten, die Kosten für eine Haftpflichtversicherung für die Hufewiesen zu übernehmen. Auf diese Weise könnten die Hufewiesen öffentlich zugänglich bleiben.  

Herr Stommel, der Geschäftsführer der MBG Trachau, will sich den Vorschlag durch den Kopf gehen lassen. Aus seiner Sicht ist aber das Hauptproblem ein anderes: Die Stadtverwaltung habe sich wenig kooperativ gezeigt bei den Plänen der MBG Trachau, das Grundstück gewinnbringend zu entwickeln. Deshalb sieht er wenig Anlaß, jetzt seinerseits guten Willen zu demonstrieren.

Die Bürgerinitiative versucht auch hier, Abhilfe zu schaffen. Der Verein hat eine Interessengemeinschaft mit Planern und Bauträgern gebildet; diese Interessengemeinschaft hat angeboten, die gesamten Flächen im Besitz der MBG Trachau zu kaufen. Dort soll dann im östlichen Teil ein öffentlicher Park entstehen: der neue Hufewiesen-Park. Im westlichen Teil, entlang der Leipziger Straße, sollen Reihenhäuser, Geschoßwohnungen und Gewerbeeinheiten errichtet werden. Die neue Bebauung fügt sich  einerseits in die vorhandene Bebauung ein und paßt sich andererseits an die „ländliche“ Atmosphäre des künftigen Parks an.  Ein entsprechender Entwurf für eine umfassende städtebauliche  Planung für die Hufewiesen wird zur Zeit mit dem Stadtplanungsamt und den möglichen Bauträgern abgestimmt. 

Vor diesem Hintergrund hofft die Bürgerinitiative, daß die MBG Trachau auf das Angebot eingeht, sich die Versicherung für das Grundstück bezahlen zu lassen. Dann könnten die Hufewiesen als Spazierfläche für die Anwohner und als Ausflugsziel die Kinder der umliegenden Tagesstätten erhalten bleiben.

Hufewiesen offenhalten!

Der Geschäftsführer der MBG Trachau, Herr Peter Stommel, hat angekündigt, vom Juli an die Hufewiesen abzusperren. Das sei um der Versicherung willen erforderlich. Die Bürgerinitiative hat daraufhin einen Versicherungsfachmann befragt.

Ergebnis: Ein Grundstückseigentümer muß für Unfälle auf seinem Gelände haften. Allerdings nur für solche, die durch sein eigenes Verschulden entstanden sind. Es ist durchaus üblich, in einer Haftpfichtversicherung festzuschreiben, daß das Gelände öffentlich zugänglich bleibt und auf eigene Gefahr von anderen betreten werden kann.

Mit anderen Worten: Es gibt keinen zwingenden Grund, die Hufewiesen abzusperren. In den vergangenen zwölf Jahren ist ja schließlich auch nichts passiert. Dank einer großzügigen Regelung haben viele Anwohner, vor allem die Kinder aus den umliegenden Horten und Kindergärten, das Grün genießen können. Es wäre gut für alle Seiten, wenn das so bleiben könnte!