Chronik

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  • Juli 2011 – Das Stadtplanungsamt veröffentlicht auf Initiative der Immobiliengesellschaft MBG Trachau einen Vorentwurf für eine Bebauung in der östlichen Hälfte der Hufewiesen. Rund achtzig Bürger folgen der Einladung zu einer Informationsveranstaltung im Speisesaal des Krankenhauses Dresden-Neustadt. Außer dem Geschäftsführer der MBG Trachau befürwortet niemand den Plan; eine ablehnende Stellungnahme reiht sich an die andere. Einige der Anwesenden finden sich spontan zusammen und bilden eine Bürgerinitiative zur Rettung des Grünlands an der Gaußstraße. In Anlehnung an entsprechende Ausführungen im Entwurf der Stadtverwaltung für einen neuen Flächennutzungsplan wählt die Initiative den Namen „Waldpark Trachau”.
  • Juli 2011 – Die Initiative sammelt mehr als 1.300 Unterschriften gegen B-380 und übergibt sie dem Stadtplanungsamt. Wir formulieren auch eine eigene Stellungnahme gegen den Vorentwurf (pdf). Auch viele Anwohner verfassen Stellungnahmen gegen B-380. Einige leiten ihre Texte an die Bürgerinitiative weiter:
  • September 2011 – Das Stadtplanungsamt lädt die Bürgerinitiative und Vertreter der betroffenen Immobiliengesellschaften (MBG Trachau und die Muttergesellschaft ADLER Real Estate) zu einem Meinungsaustausch ein. Die Initiative entlockt dem Eigentümer das Eingeständnis, daß über B-380 hinaus auch die restliche Fläche “entwickelt” werden soll. Der Vorstand der ADLER Real Estate AG bietet der Bürgerinitiative das Gelände zum Kauf an. Die Bürgerinitiative weist das Angebot zunächst zurück; stattdessen will sie versuchen, die Entscheidung über die Hufewiesen auf politischem Wege zu beeinflussen. Hier das Protokoll des Treffens.
  • November 2011 – Die Bürgerinitiative entwickelt eine eigene Vision von der künftigen Gestalt der Grünfläche. Die bäuerliche Kulturlandschaft soll als Park erhalten bleiben.
  • November 2011 – Vertreter der MBG Trachau und der ADLER Real Estate stellen die Planungen zum B-380 im CDU-Ortsverband Pieschen vor. Anschließend veröffentlicht der Ortsverband eine zustimmende Pressemitteilung.
    Januar 2012 – Die Bürgerinitiative übergibt dem Stadtplanungsamt noch einmal 400 Unterschriften gegen B-380. Für den 28. Januar lädt die Bürgerinitiative zu einem Info-Abend in das Bürgerzentrum Elsa ein. Rund fünfzig Interessierte finden sich ein und diskutieren lebhaft über die Zukunft des Grünlands. Im Anschluß gründet die Initiative einen Verein. „Hufewiesen Trachau” wird der neue Name für die Bürgerinitiative wie auch für den Verein.
  • März 2012 – Die Bürgerinitiative stellt einen Gegenvorschlag zum B-380 vor. Das Baugebiet soll im Westen der Hufewiesen ausgewiesen werden, wo bereits Stichstraßen angelegt sind. Der Osten und damit das Herzstück der Hufewiesen soll als öffentliches Grün erhalten bleiben. Diesen Vorschlag sendet die Bürgerinitiative zunächst am 12. März an die Oberbürgermeisterin Helma Orosz und an den Beigeordneten für Stadtentwicklung Jörn Marx und außerdem am 29. März in einer erweiterten Fassung an die Mitglieder des Bauausschusses im Stadtrat.
  • April 2012 – Die Bürgerinitiative veröffentlicht auf ihren Netzseiten den Trachauer Aufruf, in dem der Stadtrat aufgefordert wird, dem Vorschlag der Bürgerinitiative für eine Bebauung auf den Hufewiesen zu folgen. Bis zum April 2013 unterschreiben online rund 400 Menschen.
  • April 2012 – Die Bürgerinitiative stellt ihren Gegenvorschlag zum B-380 im CDU-Ortsverband Pieschen vor. Daraufhin relativiert der Ortsverband seine Zustimmung zu den Plänen der Immobiliengesellschaft.
  • April 2012 – Die MBG Trachau fordert die Eigentümerin der Pferde auf den Hufewiesen auf, das Gelände zu räumen.
  • April 2012 – Die Bürgerinitiative bittet für den 14. April zum Ortstermin. Eingeladen sind die Mitglieder des Ortsbeirates für den Stadtteil Pieschen. Eingeladen sind auch die Mitglieder des Bauausschusses im Stadtrat und die Vertreter der MBG Trachau bzw. der ADLER Real Estate, die aber bedauernd absagen. Aus dem Ortsbeirat sind alle Fraktionen vertreten; sie äußern überwiegend Zustimmung zum Vorschlag der Bürgerinitiative.
  • Mai 2012 – Baubürgermeister Marx lädt die Bürgerinitiative zu einem Gespräch ein, muß die Sitzung aber wegen eines dringenden Termins vorzeitig verlassen.
  • Juni 2012 – Das Umweltamt der Landeshauptstadt veröffentlicht neue Berechnungen zur Lärmbelastung durch den Flughafen Dresden (Prognosen). Daraufhin zieht das Stadtplanungsamt eine schon ausgearbeitete Vorlage für den Bauausschuß im Stadtrat zum B-380 wieder zurück.
  • Juli 2012 – Der Verein Hufewiesen Trachau stellt gemeinsam mit einem Architekturbüro im Stadtplanungsamt einen Vorschlag für eine Bebauung im Westen der Hufewiesen vor, die vom Umfang her dem B-380 entspricht. Das Stadtplanungsamt weist den Vorschlag zurück. Die Bebauung sei zu umfangreich im Verhältnis zu der Belastung durch Fluglärm.
  • August 2012 – Die MBG Trachau läßt die Hufewiesen absperren. Seither kontrollieren Wachleute das Verbot mehrmals täglich durch Patrouillen.
  • September 2012 – Der Verein Hufewiesen Trachau bietet der MBG Trachau an, die Haftpflichtversicherung für das Grundstück zu übernehmen und die Fläche zu pflegen. Im Gegenzug soll die Fläche wieder öffentlich zugänglich werden.
  • Dezember 2012 – Der Geschäftsführer der MBG Trachau und der Vorstand der ADLER Real Estate kommen nach Dresden, um mit Vertretern des Vereins Gespräche zu führen. An dem Gespräch über eine mögliche Zwischennutzung nehmen auch der Leiter des Ortsamtes und sein Stellvertreter teil. Das Gespräch über einem möglichen Verkauf führt der Verein gemeinsam mit Zander Architekten, die einen hiesigen Investor vertreten. An diesem Gespräch nimmt auch Rechtsanwalt Zloch teil, der für die Immobiliengesellschaften prüfen soll, ob die Stadt vielleicht unrechtmäßig die Bebauung auf den Hufewiesen verzögert. Konkrete Ergebnisse werden nicht erzielt. Die ADLER lehnt das Angebot eines Optionsvertrags ab; dabei würde der Kaufpreis erst fällig, wenn ein Bebauungsplan beschlossen worden ist. Eine Zwischennutzung will ADLER erst in Betracht ziehen, wenn konkrete Aussichten auf eine Verwertung des Geländes bestehen.
  • Februar 2013 – Bei einem Telefongespräch zwischen der Vereinsvorsitzenden Anja Osiander und dem Vorstand der ADLER Real Estate Axel Harloff werden Vorstellungen über den Kaufpreis ausgetauscht. ADLER erwartet einen Erlös von 5 Millionen Euro.
  • März/April/Mai 2013 – Der Verein veranstaltet drei Ideenwerkstätten, um ein Konzept für die künftige Nutzung der Hufewiesen und für die Finanzierung des Kaufs zu entwickeln. Als roter Faden für die Veranstaltungen dient das „Business Generation Model“ des schweizerischen Betriebswirtes Alexander Osterwalder, das seit 2011 im Internet viel Verbreitung gefunden hat. An den Ideenwerkstätten nehmen insgesamt rund 40 Interessierte teil. Deutlich wird dabei vor allem, daß sich die Teilnehmer die Hufewiesen als grüne Oase für alle wünschen. Ein Ansatz für eine Allianz mit Investoren läßt sich daraus nur schwer ableiten. Aber auch eine Finanzierung des Kaufs mit Hilfe von gemeinnützigen Trägern erweist sich als schwierig. Denn diese dürfen nur den aktuellen Marktwert für das Gelände zahlen. Solange es aber kein Baurecht gibt, liegt dieser Wert so niedrig, daß ein Verkauf der Hufewiesen für ADLER nicht attraktiv erscheint.
  • Juni/Juli 2013 – Im Auftrag der ADLER Real Estate befragt die Unternehmensberatung Thomsen aus Hamburg Anwohner der Hufewiesen wie auch eine zufällige Vergleichsgruppe in Dresden zu den Hufewiesen und zu ihren Einschätzungen über eine wünschenswerte bauliche Entwicklung in Dresden.
  • Juli 2013 – Mitarbeiter der Unternehmensberatung Thomsen verhandeln im Auftrag der ADLER mit Aktiven des Vereins. Sie stellen in Aussicht, sich für eine Zwischennutzung der Hufewiesen durch den Verein einzusetzen.
  • September 2013 – Der Verein schaltet einen neuen Netzauftritt frei. Der Schwerpunkt verlagert sich vom Protest gegen Baupläne hin zu einer Plattform, die informiert und zum Mitmachen einlädt und damit schon anbahnt, wie wir uns das Leben auf den Hufewiesen in Zukunft wünschen.

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